Ein richtig gutes Video, in dem es u.A. um Jonglieren, Tanzen und Tischtennis geht. „Jugglers have bigger brains“ (ab 3:01). Na, das sage ich doch schon die ganze Zeit! Und „As your body moves, your brain grooves“ (2:25) ist auch ein starker Spruch!
Die Kombination aus Musik / Rhythmus und koordinativen Herausforderungen ist ein optimales Gehirntraining, weil dadurch verschiedenen Hirnregionen aktiviert werden und die sog. „Neuroplastizität“ (= Anpassungsfähigkeit) des Gehirns gefördert wird. Deshalb gilt Bewegung zu Musik bzw. Tanzen inzwischen als die wahrscheinlich beste Prophylaxe gegen die sog. „neurodegenerativen“ Krankheiten wie Demenz und Alzheimer.
Im Folgenden zeige ich dir vielfältige Möglichkeiten, wie du dein Rhythmusgefühl und deine Koordination verbessern kannst.
Immer wieder wird behauptet, man könne Tango nur „authentisch“ tanzen, wenn man die Texte kennen würde. Ich denke hingegen, dass es reicht, eine ungefähre Vorstellung davon zu haben, worum es in den meisten Tango-Texte geht. Eine genauere Kenntnis verdirbt einem oft genug die Stimmung bzw. den Tanz.
Traditionelle DJs machen ein Riesen-Gedöns ums „spontane“ Auflegen und verachten Playlisten. Ich drücke zu Beginn der Milonga auf Play und unterbreche höchstens einmal, um die Gäste zu begrüßen und irgendwelche Ansagen zu machen.
Wenn ich „folge“ (also „Frau“ bzw. „Follower“ tanze) kann ich es nicht leiden, wenn mein(e) Partner(in) plötzlich stehenbleibt und nichts mehr macht. Oft schaut er / sie mich erwartungsvoll an und gelegentlich kommt noch ein aufmunterndes „Jetzt bist du dran“. Ich bin in solchen Situationen meistens bockig und mache auch einfach nichts.
Machen wir mal ein kleines Gedankenexperiment. Stell dir vor, du hast noch nie „traditionelle“ (= historische) Tango-Musik gehört. Du sollst jetzt einfach „aus dem Bauch“ (bzw. dem Ohr) heraus entscheiden, welche Musik dir besser gefällt, welche du schöner findest und zu welcher du lieber tanzen würdest:
Primero la musica con su compas y melodia, segundo el sentimiento, tercero la elegancia, por ultimo las figuras. Asì se baila el Tango!
Zuerst die Musik mit ihrem Rhythmus und ihrer Melodie, als zweites das Gefühl, als drittes die Eleganz, als letztes die Figuren. So tanzt man Tango!
Carlos Gavito
In diesem Beitrag erkläre ich die drei Tempi, in denen man Tango tanzen kann. Alles Folgende gilt auschließlich für „normale“ Tango-Musik mit einem klaren, (weitgehend) gleich bleibenden Rhythmus und einer (halbwegs) regelmäßigen Phrasenstruktur (also NICHT für Troilo, Pugliese, Piazzolla etc). Alle Titel gibt es natürlich auch auf YouTube. In einem anderem Beitrag beschäftige ich mich mit (musikalischen) Phrasen.
In meinem Beitrag über guten Tango-Unterricht kritisiere ich, dass der übliche Unterricht oft völlig unstrukturiert und planlos ist. Jede Stunde wird irgendwas Neues gemacht, es wird viel zu wenig geübt und kaum oder häufig gar nicht wiederholt. Neues wird nur selten mit bereits Bekanntem verknüpft und es ist keine in sich logische Abfolge von Inhalten („Progression“) erkennbar. Im Folgenden mein „Lehrplan“ für Anfänger, also welche Schritte / Figuren ich in welcher Reihenfolge unterrichte. Entsprechende Videos gibt es in diesem Beitrag.
Den The Big Challenge Test finde ich ausgezeichnet. Er prüft wichtige skills / Kompetenzen vielfältig und anspruchsvoll ab und erfordert sorgfältiges Arbeiten. Wir könnten vieles für unsere eigenen „Leistungsnachweise“ übernehmen. Im Folgenden beziehe ich mich auf den 2022 Test für die 9. Klasse („Level 5“).
Als alter, weißer, heterosexueller Cis-Patriarch darf ich im Folgenden noch ganz binär von „Mann“ und „Frau“ sprechen. Alle anderen müssen (je nach Grad der wokeness) das Wort „Mann“ im Geiste durch Führender, Verführer, Lead, Leader, Zur-Bewegung-Einladender, Nicht-menstruierendes Tanzwesen etc. ersetzen. 😉
Gerhard Riedl hat vor kurzem über Tango-Unterricht geschrieben. Als erstes solltest du seinen Artikel lesen, damit du den Original-Kontext der folgenden Zitate kennst.