Englisch & Sport am Gymnasium ... und gottloser, pflanzlicher Tango

Guter Tango-Unterricht

Im Fol­gen­den geht es aus­schieß­lich um argen­ti­ni­schen Tan­go und NICHT um Stan­dard-/Tanz­schul-Tan­go. Aus Grün­den bes­se­rer Les­bar­keit ver­wen­de ich das inklu­si­ve Mas­ku­li­num. Des wei­te­ren spre­che ich ganz alt­mo­disch von „Mann“ und „Frau“ und nicht von „Führende/r“ und „Folgende/r“ und, ja doch, mir ist bewusst, dass auch Frau­en füh­ren kön­nen. Und schließ­lich geht es um „Schü­ler“ und „Leh­rer“ und nicht um (kramp­fi­ge) „Ler­nen­de“ und „Leh­ren­de“. Nach­dem im Tan­go eine Unter­schei­dung von „Schritt(en)“ und „Figur(en)“ schwie­rig ist, ver­wen­de ich im Fol­gen­den „Figur“, auch wenn nur „Schrit­te“ gemeint sind. 

Einleitung

Es gibt ziem­lich viel (größ­ten­teils berech­tig­te) Kri­tik am Tan­go-Unter­richt in Deutsch­land. Häu­fig heißt es, er sei inef­fi­zi­ent, frus­trie­rend, die Abbruch­ra­ten (vor allem bei den Män­nern) sei­en sehr hoch. Dem­ge­gen­über gibt es nur weni­ge „posi­ti­ve“ Beschrei­bun­gen. In Anleh­nung an Hil­bert Mey­ers Stan­dard­werk Was ist guter Unter­richt? beschrei­be ich im Fol­gen­den, wie guter Tan­go-Unter­richt mei­ner Mei­nung nach aus­se­hen soll­te bzw. wie ich sel­ber unterrichte. 

Ich kon­zen­trie­re mich in ers­ter Linie auf didak­tisch-metho­di­sche Aspek­te und ver­nach­läs­si­ge die zahl­rei­chen ande­ren Aspek­te, die für guten Unter­richt wich­tig sind, wie z.B. Auf­tre­ten, Aus­strah­lung, tän­ze­ri­sches Kön­nen, päd­ago­gi­sches Ein­füh­lungs­ver­mö­gen, Umgangs­ton und Eig­nung des Raumes. 

Bewe­gungs- bzw. tanz­di­dak­ti­sche Prin­zi­pi­en wer­de ich aus Platz­grün­den NICHT näher erläu­tern, die wer­den in der ein­schlä­gi­gen Lite­ra­tur aus­führ­lich erläu­tert. Für jeden, der sich auch nur ein biss­chen damit beschäf­tigt hat, ist das Meis­te eh banal (z.B. das Zer­le­gen von kom­ple­xen Bewe­gun­gen in Teil­be­we­gun­gen, die spä­ter wie­der mit­ein­an­der ver­bun­den wer­den). Bekannt­lich ist „Tan­go-Leh­re­rIn“ kei­ne geschütz­te Bezei­chung, ent­spre­chend kann jeder Tan­go unter­rich­ten. Bei vie­len Tan­go-Leh­rern hat man des­halb den Ein­druck, dass sie die ele­men­tars­ten Grund­sät­ze moto­ri­schen Ler­nens nicht ken­nen bzw. (bewusst?) ignorieren. 

Grund­la­ge des fol­gen­den Bei­trags ist einer­seits mei­ne über 35-jäh­ri­ge Erfah­rung als Sport- und Tanz­leh­rer und ande­rer­seits eine mehr­jäh­ri­ge Odys­see durch vie­le Münch­ner Tan­go-Stu­di­os. Was ich dort an schlech­tem Unter­richt erlebt habe, hat mich teil­wei­se sprach­los gemacht. 

Mein Bei­trag erhebt NICHT den Anspruch, reprä­sen­ta­tiv den Unter­richt in Mün­chen (geschwei­ge denn in Deutsch­land) abzu­bil­den. Aller­dings den­ke ich, dass die ange­spro­che­nen Defi­zi­te schon typisch sind.

Im Fol­gen­den beschrei­be ich den Ver­lauf einer typi­schen 90 Minu­ten ANFÄNGER Stunde.

Tan­go-Anfän­ger­un­ter­richt soll­te mei­ner Mei­nung nach das Ziel haben, die Teil­neh­mer mög­lichst schnell „Milon­ga-taug­lich“ zu machen. Die Schü­ler soll­ten also NICHT erst mal ein hal­bes Jahr (oder noch län­ger) mehr oder weni­ger nur im Kreis rum­lat­schen, um kor­rek­tes Gehen zu ler­nen. Statt­des­sen soll­ten die Män­ner (neben dem Gehen) in mög­lichst kur­zer Zeit ein klei­nes Reper­toire an Grund­schrit­ten bzw. – figu­ren (wie Kreuz, Ocho und Moli­net­te) mit dazu­ge­hö­ri­gen Varia­tio­nen so weit auto­ma­ti­siert haben, dass sie sie auch „unter Stress“ sicher tan­zen und füh­ren kön­nen. Die Frau­en soll­ten die wich­tigs­ten Grund­tech­ni­ken des Gehens und Dre­hens sicher beherr­schen, um mög­lichst stress­frei auf einer Milon­ga „über­le­ben“ zu kön­nen und (hof­fent­lich) Spaß zu haben.

Dabei soll­ten „dyna­mi­sche“ Schrit­te / Schritt­fol­gen ein­deu­tig Vor­rang vor „sta­ti­schen“ Figu­ren am Ort haben. Vie­le Paa­re kom­men z.B. bei einem flot­ten Vals oder einer leb­haf­ten Milon­ga ein­fach nicht „in die Gän­ge“, weil sie nur hal­bes Tem­pos beherr­schen und dar­über­hin­aus stän­dig abstop­pen, um an der Stel­le irgend­wel­che Figu­ren zu drech­seln. Wenn man die meis­ten Paa­re ein paar Tan­das lang fil­men wür­de und sich die­se Auf­nah­me anschlie­ßend ohne Musik anschau­en wür­de, könn­te man meis­tens nicht sagen, was sie da jetzt eigent­lich tan­zen. Schnel­ler Vals? Sen­ti­men­ta­ler Tan­go? Lebens­lus­ti­ge Milon­ga? Alles schaut gleich aus und alles wird mit dem glei­chen (meist lät­scher­ten) Tem­po getanzt. 

„Ankommen“

In den ers­ten ca. 20 Minu­ten soll­ten die Teil­neh­mer Gele­gen­heit bekom­men vom All­tag „abzu­schal­ten“ und sich phy­sisch und men­tal auf den fol­gen­den Unter­richt ein­zu­stim­men. Bewährt haben sich ein­fa­che Übun­gen zu Beweg­lich­keit, Gleich­ge­wicht, Koor­di­na­ti­on, Tech­nik (Ste­hen, Gehen, Dre­hen, Dis­so­zia­ti­on, Och­os), Kör­per­wahr­neh­mung, Sen­si­bi­li­tät für den Part­ner und Musi­ka­li­tät. Eine sehr gute Koor­di­na­ti­ons­übung ist es auch immer mal die Hän­de auf der „fal­schen“ Sei­te (vom Mann aus rechts) zu fas­sen und ent­spre­chend das Tan­zen (für den Mann) mit dem rech­ten Fuß zu beginnen. 

Bereits in die­ser Pha­se soll­te man immer mal wie­der die Schrit­te des Part­ners / der Part­ne­rin tan­zen. Män­ner soll­ten also z.B. auch mal rück­wärts gehen und Frau­en mal vor­wärts. Män­ner soll­ten auch mal Och­os üben und Frau­en ein vor­wärts getanz­tes Kreuz. 

Ele­men­ta­re Bewe­gun­gen wie Kreuz, Moli­net­te etc. soll­ten grund­sätz­lich auf bei­den Sei­ten geübt wer­den, auch wenn sie (wie z.B. beim Kreuz) im Paar zunächst ein­mal auf der „offe­nen“ Sei­te leich­ter sind. 

Außer­dem soll­te immer mal wie­der (bei ein­fa­chen Bewe­gungs­auf­ga­ben) ein Rol­len­wech­sel statt­fin­den. Die­ser Rol­len­tausch hat meh­re­re Vor­tei­le: Grund­sätz­lich ist es immer von Vor­teil mög­lichst vie­le ver­schie­de­ne Schrit­te tan­zen zu kön­nen. Zum zwei­ten kann Rol­len­tausch Kom­mu­ni­ka­ti­on und Ver­ständ­nis inner­halb des Paa­res ver­bes­sern. Der Mann erfährt / erspürt „am eige­nen Lei­be“ wie schwie­rig bzw. unmög­lich es ist, auf unkla­re Füh­rungs­im­pul­se zu reagie­ren. Dies kann ihm im bes­ten Fall hel­fen sei­ne eige­ne Füh­rung zu ver­bes­sern. Die Frau erfährt / erspürt „am eige­nen Lei­be“ wie ver­dammt schwie­rig es ist, Füh­rungs­im­pul­se zu geben, wäh­rend man sel­ber noch mit der eige­nen Ach­se, der Hal­tung und / oder den eige­nen Schrit­ten kämpft. Die­se Erfah­rung führt häu­fig dazu, dass sich die Frau­en mit (der aus ihrer Sicht durch­aus berech­tig­ten) Kri­tik am Unver­mö­gen des Man­nes stär­ker zurück­hal­ten bzw. ein kon­struk­ti­ve­res Feed­back geben kön­nen („Ver­such mal den Ober­kör­per stär­ker zu dre­hen“ an Stel­le von „Ich weiß über­haupt nicht, was ich machen soll.“). Drit­tens kön­nen die­se frü­hen Erfah­run­gen Frau­en ermu­ti­gen von Anfang auch das Füh­ren zu ler­nen und sich damit tän­ze­risch zu eman­zi­pie­ren. Beim häu­fi­gen Frau­en­über­schuss muss frau dann nicht mehr untä­tig sit­zend lei­den bis sie end­lich mal auf­ge­for­dert wird, son­dern kann sel­ber die Initia­ti­ve ergrei­fen und auch ohne Män­ner Spaß haben.

Zum Abschluss die­ser Pha­se tan­zen wir uns noch ein oder zwei Stü­cke ein.

Wiederholen

„Repe­ti­tio est mater stu­dio­rum“ („Wie­der­ho­lung ist die Mut­ter der Stu­di­en.“) wuss­ten schon die alten Römer. Ich wür­de den Spruch abwan­deln zu „Repe­ti­tio est mater tan­gi“. Und obwohl jeder, der sich auch nur ansatz­wei­se mit moto­ri­schem Ler­nen beschäf­tigt hat, weiß, wie wich­tig stän­di­ge Wie­der­ho­lung und Trai­ning der immer glei­chen Bewe­gun­gen ist, fin­det sys­te­ma­ti­sche Wie­der­ho­lung nach mei­ner Erfah­run­gen so gut wie über­haupt nicht statt. Die­ser Man­gel an bzw. das meis­tens völ­li­ge Feh­len sys­te­ma­ti­scher Wie­der­ho­lung ist m.E. einer der Haupt­grün­de für die häu­fig beklag­te Inef­fek­ti­vi­tät des Unter­richts und für die Tat­sa­che, dass vor allem Män­ner sehr häu­fig früh­zei­tig frus­triert auf­ge­ben und den Unter­richt abbre­chen, weil sie (zu Recht) das Gefühl haben, dass sie auf die­se Art nichts lernen.

Das stän­di­ge „Jede Stun­de was Neu­es“ über­for­dert und frus­triert vor allem die Män­ner. Es wäre ja noch nicht so schlimm, wenn die neue Figur the­ma­tisch in einem erkenn­ba­ren Zusam­men­hang zur Figur der letz­ten Stun­de stün­de; also wenn das über­ge­ord­ne­te The­ma z.B. Bar­ri­das wären und nach der Grund­form in der letz­ten Stun­de in der neu­en Stun­de eine ein­fa­che Varia­ti­on käme. Aber selbst das ist ja nur höchst sel­ten der Fall. Nach mei­ner Erfah­rung kommt (ohne erkenn­ba­res Sys­tem) ein­fach irgend­ei­ne neue Figur, die nichts mit den Inhal­ten der letz­ten Stun­de zu tun hat. 

Die häu­figs­te Begrün­dung für die­sen didak­ti­schen Schwach­sinn, die ich von Tan­go-Leh­rern gehört habe, ist, dass auf die­se Art der Ein­druck erweckt wer­den soll, man kön­ne jeder­zeit in den Unter­richt „ein­stei­gen“ („drop-in class“), ohne befürch­ten zu müs­sen, schon zu viel „ver­säumt“ zu haben. Die­ser „nie­der­schwel­li­ge“ Ein­stieg soll sug­ge­rie­ren, dass Tan­go tan­zen „nicht so schwer“ sei und dass man sich zu nichts wirk­lich „ver­pflich­ten“ muss. 

Die­ser Ansatz ist in öko­no­mi­scher Hin­sicht nach­voll­zieh­bar, er ist aber trotz­dem falsch. Tan­go lernt man nicht so „neben­bei“, er ist vor allem für Men­schen, die kei­ner­lei tän­ze­ri­sche Vor­er­fah­rung haben (also die meis­ten Män­ner) schwer. Ohne regel­mä­ßi­ges Üben und Wie­der­ho­len geht es nicht, aber das ist im Chor und im Fuß­ball­ver­ein das Gleiche. 

Bevor wir also irgend­was Neu­es ler­nen, wie­der­ho­len und fes­ti­gen wir die Inhal­te der letz­ten Stun­de. Zunächst ein­mal sol­len die Paa­re (ggf. nach einer Mini-Wie­der­ho­lung) nor­mal tan­zen und schau­en, was sie von der letz­ten Stun­de noch zusam­men­krie­gen. Wäh­rend­des­sen soll­te der Leh­rer die Schü­ler beob­ach­ten, um zu sehen, wor­an es hakt (mit etwas Erfah­rung weiß man meis­tens eh schon, war­um etwas nicht klappt). Danach soll­ten die Figur(en) der letz­ten Stun­de, zusam­men mit den zwei bis drei wich­tigs­ten Feh­lern noch­mal expli­zit wie­der­holt und demons­triert wer­den. Danach üben alle noch­mal, die Leh­rer geben indi­vi­du­el­les Feed­back und die Schü­ler arbei­ten an ihren indi­vi­du­el­len Schwä­chen / Fehlern.

Demonstration

Die neue Figur soll­te natür­lich erst­mal demons­triert und KURZ erläu­tert wer­den. Das klingt ein­leuch­tend, die Unter­richts­pra­xis sieht aber lei­der oft ganz anders aus. Eine belieb­te Metho­de ist, das Neue zu demons­trie­ren, aber NICHTS zu erklä­ren, son­dern die Schü­ler erst­mal sel­ber rum­wursch­teln zu las­sen. Erst nach eini­ger Zeit kom­men dann gnä­di­ger­wei­se die ers­ten Erläu­te­run­gen und Tipps. Zur Erin­ne­rung, es geht hier um Anfän­ger-Unter­richt. Auf höhe­rem Niveau mag es durch­aus ab und zu sinn­voll sein, „Abschau­en“ zu trai­nie­ren, aber es braucht schon gro­ße Bewe­gungs­er­fah­rung und ein geüb­tes Auge um Bewe­gun­gen ohne Erklä­rung nach­ma­chen zu kön­nen. Im Anfän­ger­un­ter­richt hat die­se (oft euphe­mis­tisch „induk­tiv“ genann­te) Metho­de, mit Aus­nah­me von ganz ein­fa­chen Bewe­gun­gen, nichts zu suchen. Wie kaum etwas ande­res hat mich die­ses frus­trie­ren­de Rum­mu­rk­sen genervt und zum Wech­sel des Stu­di­os
geführt. Aus psy­cho­lo­gi­scher Per­spek­ti­ve wird natür­lich schnell klar, war­um die­se Metho­de bei Leh­rern so beliebt ist. Nir­gends sonst wird das Kön­nens- und damit Abhän­gig­keits- und Macht­ge­fäl­le zwi­schen Leh­rer und Schü­ler so deut­lich wie hier. Der Schü­ler muss immer wie­der erken­nen, wie unfä­hig er ist, wie hilf­los und abhän­gig er vom Leh­rer ist.

Ein zwei­ter häu­fi­ger didak­ti­scher Feh­ler ist, am Anfang nicht die gan­ze Figur zu zei­gen, son­dern ledig­lich eine Teil­be­we­gung. Als Begrün­dung für die­se Metho­de wird meis­tens ange­führt, dass vie­le Leu­te nicht mehr bereit wären, vor­be­rei­ten­de Übun­gen mit­zu­ma­chen, son­dern nur noch die „Ziel­be­we­gung“ machen woll­ten. Die­ser Ein­wand ist berech­tigt, nur darf er nicht zu einem schlech­ten metho­di­schen Weg füh­ren. Für effek­ti­ves und „intel­li­gen­tes“ (Mey­er) moto­ri­sches Ler­nen muss der Schü­ler ein prä­zi­se men­ta­le Vor­stel­lung davon haben, was am Ende „raus­kom­men“ soll. Ohne die­se Vor­stel­lung erge­ben auch die bes­ten Vor­übun­gen kei­nen Sinn („Wozu sol­len wir das jetzt üben?“). Wenn man nicht weiß, war­um man jetzt x‑mal eine bestimm­te Bewe­gung üben soll, kön­nen sich im Gehirn nicht die ent­spre­chen­den Ver­knüp­fun­gen bil­den. Wenn erwach­se­ne Men­schen kei­ne Ver­ant­wor­tung für das eige­ne Ler­nen über­neh­men wol­len und den metho­di­schen Weg des Leh­rers igno­rie­ren, kann man ihnen nicht helfen.

Der drit­te, ver­brei­te­te Feh­ler ist, dass vie­le Leh­rer statt einer kur­zen Erklä­rung end­los her­um­la­bern und die Schü­ler mit viel zu vie­len Infor­ma­tio­nen über­for­dern. Sie ver­lie­ren sich in irgend­wel­chen Fein­hei­ten (die eh nur fort­ge­schrit­te­ne Tän­zer umset­zen kön­nen) und beschrei­ben mög­li­che Feh­ler, die an die­ser Stel­le kei­nen Men­schen inter­es­sie­ren. Gera­de bei der ers­ten Prä­sen­ta­ti­on einer neu­en Figur ist „weni­ger (Gere­de) immer mehr“. Der Leh­rer soll­te sich auf die maxi­mal DREI wich­tigs­ten Bewe­gungs­merk­ma­le beschrän­ken, alles ande­re kann spä­ter kom­men, wenn die ers­ten Bewe­gungs­er­fah­run­gen gesam­melt wur­den und man neue Infor­ma­tio­nen „ver­ar­bei­ten“ und in Bewe­gung umset­zen kann.

Präzise Namen

Wün­schens­wert wäre, dass alle Figu­ren prä­zi­se benannt wer­den. Nach mei­ner Erfah­rung wird auch das so gut wie nie gemacht. Erst als ich mir die ers­ten Vide­os von Homer und Cris­ti­na ange­schaut habe, stell­te ich mit Erstau­en fest, dass (natür­lich) fast alles was man im Tan­go macht, einen NAMEN hat. Selbst auf expli­zi­te Nach­fra­ge konn­ten bzw. woll­ten mir mei­ne Leh­rer meis­tens nicht sagen, wie das jetzt heißt, was wir da gera­de machen.

Prä­zi­se Namen kön­nen die Kom­mu­ni­ka­ti­on inner­halb des Paa­res und zwi­schen Schü­ler und Leh­rer erheb­lich erleich­tern (und, ja doch, vie­len Leu­ten sind Namen wurscht, sie hören nicht zu und erin­nern sich auch nicht an sie). Ohne Namen ergibt sich meis­tens etwas in der Art von „Könn­ten wir noch­mal die Figur wie­der­ho­len, wo die Frau so rechts von mir steht, sich erst von mir weg und dann zu mir hin­dreht und dann auf mei­ne lin­ke Sei­te geht?“ Kein Wun­der, wenn weder die Part­ne­rin noch der Leh­rer wis­sen, was hier gemeint ist. Die Kennt­nis der jewei­li­gen Namen befä­higt den eif­ri­gen Schü­ler dar­über­hin­aus z.B. bei You­Tube nach ent­spre­chen­den Lehr-/Lern-Vide­os zu suchen (sehr gut z.B. die How­cast Rei­he „How to Do the Argen­ti­ne Tan­go“) und sich wei­te­re Tipps bzw. Übun­gen zu holen. Zyni­ker wer­den jetzt ein­wen­den, dass genau die­ses eigen­ver­ant­wort­li­che Ler­nen ver­hin­dert wer­den soll, schließ­lich will man zah­lungs­wil­li­ge Schü­ler so lan­ge wie mög­lich an sich binden.

Üben

Gera­de im Anfän­ger­be­reich soll­ten Män­ner eine Vor­stel­lung davon haben, wie sich z.B. ein Kreuz oder ein Ocho anfühlt, was für einen Füh­rungs­im­puls man dafür braucht und wel­che Signa­le eher stö­ren. Des­halb soll­ten Män­ner die wich­tigs­ten Frau­en­schrit­te (Kreuz, Och­os, Moli­net­te) sel­ber immer wie­der tan­zen (sie brau­chen sie natür­lich nicht zu „kön­nen“). Erst wenn ich weiß (und es sel­ber gespürt habe), was die Frau eigent­lich machen soll, ver­ste­he ich, war­um ich an einer bestimm­ten Stel­le z.B. den Ober­kör­per in eine bestimm­te Rich­tung dre­hen soll. Der Mann kann z.B. das Kreuz viel bes­ser füh­ren, wenn er sel­ber mal gespürt an, an wel­cher Stel­le im Bewe­gungs­ab­lauf man den Ober­kör­per dre­hen muss, um ein kor­rek­tes Kreuz auszuführen. 

Nach die­ser gemein­sa­men Pha­se soll­ten Män­ner und Frau­en getrennt üben. Nichts über­for­dert und frus­triert Män­ner mehr, als eine neue Figur gleich im Paar tan­zen und füh­ren zu müs­sen. Erst­mal müs­sen sie ihren eige­nen Schrit­te gelernt, aus­rei­chend geübt und auto­ma­ti­siert haben, bevor sie über­haupt einen Gedan­ken an die Füh­rung ver­lie­ren kön­nen. Und auch Frau­en kön­nen erst dann Füh­rungs­im­pul­se wahr­neh­men und umset­zen, wenn sie ihre Auf­merk­sam­keit nicht mehr aus­schließ­lich auf ihre eige­nen Füße bzw. Schrit­te len­ken müssen. 

Und den­noch schaut eine Groß­teil der Tan­go­stun­den so aus, dass der groß­ar­ti­ge Leh­rer irgend­was per­fekt vor­tanzt, danach ewig lang rum­quas­selt und anschlie­ßend sol­len es alle „nacht­an­zen“. Auf mei­ne Fra­ge, was das für ein komi­sches didak­ti­sches Kon­zept sei, hieß es meis­tens, so habe man das sel­ber in Bue­nos Aires auch gelernt, man unter­rich­te also „authen­tisch“. Für mich ist das der klas­si­sche BABS (bull­shit). Nur weil man (angeb­lich) in BA mie­sen Unter­richt gehabt hat (nur weil jemand sel­ber gut tanzt, kann er/sie noch lan­ge nicht gut unter­rich­ten), ist das kein Grund, hier in Deutsch­land für teu­res Geld genau­so mies zu „unter­rich­ten“.

Wäh­rend sich die Män­ner erst­mal mit ihren eige­nen Schrit­ten und danach mit der Füh­rung beschäf­ti­gen, soll­ten die Frau­en in die­ser Zeit vor allem an ihren Grund­tech­ni­ken (Balan­ce / Ach­se, Gehen, Och­os, Moli­net­te, spä­ter dann ggf. Bole­os, Gan­chos etc.) üben. Auch wenn noch kei­ne Musik spielt, soll­te von Anfang an mit Hil­fe rhyth­mi­sier­ter Spra­che „musi­ka­lisch“ geübt und spä­ter getanzt wer­den, d.h. es soll­te zum Bei­spiel akus­tisch zwi­schen „lan­gen“ und „kur­zen“ Schrit­ten unter­schie­den wer­den. Nur „tro­cken“ kann man das Tem­po vari­ie­ren, also erst mal gaa­anz lang­sam begin­nen und dann all­mäh­lich schnel­ler wer­den (natür­lich könn­te man auch die Musik lang­sa­mer abspie­len, nur klingt das meis­tens fürch­ter­lich). Außer­dem kann man nur ohne Musik durch ent­spre­chen­de Beto­nung auf schwie­ri­ge Stel­len hin­wei­sen („Vor, vor, seit, RAN“). Wenn man mit Musik übt, soll­ten sich die ver­ba­len Impul­se auf das abso­lu­te Mini­mum beschrän­ken, der Leh­rer soll­te also nicht die gan­ze Zeit quat­schen und die Musik übertönen.

Tanzhaltung

Wenn wir dann die neue Figur im Paar üben, machen wir das in aller Regel erst­mal in der Übungs­hal­tung, also mit mit den Hän­den an den Schul­tern des Part­ners. Noch bes­ser fin­de ich es aller­dings, wenn nur die Frau die Schul­tern bzw. die Brust des Man­nes berührt und er sei­ne Arme seit­lich hän­gen lässt oder sei­ne Hän­de seit­lich in die Hüf­te bzw. Tail­le stützt. Dann muss er mit dem Ober­kör­per füh­ren und kann nicht mehr mit den Hän­den schie­ben, drü­cken bzw. zie­hen. Erst wenn wir eine neue Figur in der Übungs­hal­tung sicher füh­ren bzw. tan­zen kön­nen, wech­seln wir in die offe­ne Tanz­hal­tung. Und erst wenn es „offen“ klappt, tan­zen wir „eng“.

Es ist für mich ein ewi­ges Rät­sel, war­um so vie­le Leh­rer von Anfang an nur eng tan­zen las­sen. Mir kommt das immer so vor, als ob man einem Schwimm-Anfän­ger auch gleich noch einen Blei­gür­tel umbin­det, damit es nur ja mög­lichst schwer wird. Gera­de für den Mann erhöht sich der Stress enorm, wenn er neben allem ande­ren auch noch stän­dig dar­auf ach­ten soll, der Frau nicht auf den Fuß zu lat­schen. Hat es irgend­wel­che Vor­tei­le auch Anfän­ger eng tan­zen zu las­sen? Ich habe noch kei­nen ein­zi­gen gehört. Hat es irgend­wel­che Nach­tei­le erst­mal mit Abstand und erst spä­ter eng zu tan­zen? Ich ken­ne kei­nen ein­zi­gen. Für mich ist das aus­schließ­li­che Nur-eng-Tan­zen ein­fach nur Ideo­lo­gie und schlech­te Didaktik. 

Per­sön­lich fin­de ich es natür­lich am bes­ten, wenn sowohl eng als auch halb-offen und offen unter­rich­tet bzw. getanzt wird. Dann kann man (auf fort­ge­schrit­te­nem Niveau) zum Bei­spiel aus­pro­bie­ren und erspü­ren, wie unter­schied­lich sich ein und die­sel­be Figur (wie z.B. das Sand­wich) in ver­schie­de­nen Fas­sun­gen anfühlt und wie unter­schied­lich dyna­misch man sie tan­zen kann . Und man könn­te auch ler­nen und üben, dass die Art der Umar­mung / Fas­sung je nach Musik vari­ie­ren kann bzw. soll­te. So passt zu „Obli­vi­on“ bes­ser eine enge (Milonguero-)Umarmung und zu einem ener­gie­ge­la­de­nen Gotan Pro­ject Kra­cher wie „San­ta Maria“ bes­ser eine offe­ne (Nuevo-)Fassung. Gera­de das Dog­ma alles eng tan­zen zu müs­sen, führt zu einem lang­wei­li­gen Ein­heits­brei, wo alles gleich ausschaut.

Hausaufgaben

Vie­le Tän­zer wür­den viel schnel­ler Fort­schrit­te machen, wenn sie auch regel­mä­ßig zuhau­se üben wür­den. Üben kann man z.B. Gleich­ge­wicht, Beweg­lich­keit (vor allem im Ober­kör­per) und Kraft. Spe­zi­el­le Tan­go-Vide­os für Män­ner sind zum Bei­spiel Tan­go Tech­ni­que At Home und für Frau­en Tan­go Prac­ti­ce und Simp­le & Ele­gant Tips.

Korrigieren

Immer wie­der hört man, es gäbe im Tan­go kein „rich­tig“ oder „falsch“, jeder indi­vi­du­el­le „Stil“ habe sei­ne Berech­ti­gung. Mei­ner Mei­nung nach ist das ein­fach Quatsch. Ohne eine kla­re Vor­stel­lung von rich­tig und falsch kann es kein sinn­vol­les moto­ri­sches Ler­nen geben. Es IST z.B. ein­fach falsch, wenn der Mann die Frau im Schraub­stock hält bzw. sie rum­schiebt und zieht und es IST eben­so falsch, wenn die Frau sich am Mann fest­hält oder auf ihre oder sei­ne Füße schaut. Natür­lich darf jeder ger­ne alle tra­di­tio­nel­le Ele­men­te des Tan­go (wie zum Bei­spiel „füh­ren und fol­gen“) für über­kom­me­nen Unsinn hal­ten und so tan­zen, wie es ihm gefällt, nur hat die­se Anything goes Hal­tung nichts in einem guten Unter­richt zu suchen. Jeder Leh­rer hat natür­lich das Recht den Stil zu unter­rich­ten, den er für den „ein­zig wah­ren“ hält. Wenn jemand nur engen Milonguero-Stil gel­ten lässt, soll er den (bei Fort­ge­schrit­te­nen) unter­rich­ten. Er soll­te aber zumin­dest erwäh­nen, dass es auch ande­re Tanz­sti­le gibt und begrün­den, war­um „sein“ Stil der ein­zig wah­re ist. 

Effek­ti­ves Kor­ri­gie­ren ist unge­heu­er schwie­rig und erfor­dert jah­re­lan­ge Übung. Im All­ge­mei­nen wird viel zu viel kor­ri­giert. Bei mei­nem eige­nen Unter­richt habe ich spa­ßes­hal­ber manch­mal mit­ge­zählt auf wie­vie­le Din­ge ich gleich­zei­tig ach­ten soll­te, der Rekord war SIEBEN. Als Faust­re­gel gilt, dass Anfän­ger sich nur auf EINE Sache kon­zen­trie­ren kön­nen. Die gro­ße Kunst der Kor­rek­tur ist nun her­aus­zu­fin­den, wel­cher der vie­len Feh­ler, die man beob­ach­tet, der Haupt­feh­ler ist. Nur die­ser soll­te zunächst ange­spro­chen / kor­ri­giert wer­den, oft resul­tie­ren ande­re Feh­ler aus die­sem Haupt­feh­ler (häu­fig Pro­ble­me mit Ach­se bzw. Balan­ce). Einem Anfän­ger zu sagen, dass er gleich­zei­tig auf vier oder fünf Din­ge ach­ten soll (die natür­lich alle gaa­anz wich­tig sind), zeugt von man­geln­der didak­tisch-päd­ago­gi­scher Kom­pe­tenz. Der Schü­ler kann die Kor­rek­tu­ren nicht ver­ar­bei­ten und beschließt in sei­ner Not sich auf EINE Sache zu kon­zen­trie­ren. Genau­so nor­mal beim moto­ri­schen Ler­nen ist, dass sich ande­re Bewe­gungs­merk­ma­le erst­mal ver­schlech­tern (z.B. die Hal­tung des Kop­fes), wenn man sich auf sei­ne Schrit­te konzentriert.

„Improvisieren“

Der Begriff steht in Anfüh­rungs­zei­chen, weil er m.E. für die aller­meis­ten Hob­by­tän­zer viel zu hoch­ge­sto­chen sind. Zwar ist es ein alter Mythos und gutes Mar­ke­ting­ar­gu­ment, dass Tan­go „krea­tiv“ sei und man(n) stän­dig „impro­vi­sie­ren“ wür­de, aber ein Blick auf eine belie­bi­ge Tanz­flä­che zeigt schnell, wie absurd die­se Behaup­tung ist. Das Schritt- bzw. Figu­ren­re­per­toire der aller­meis­ten Paa­re lässt sich an zwei Hän­den abzäh­len, je kon­ser­va­ti­ver getanzt wird, des­to redu­zier­ter und vor­her­seh­ba­rer wird getanzt.

Der Zwang „krea­tiv“ zu sein, setzt vor allem die Män­ner unter Druck, denn sie ler­nen ja nicht, was das genau bedeu­tet und wie man „impro­vi­siert“. Statt­des­sen zeigt der Maes­tro immer mal wie­der, was er alles drauf hat und die Schü­ler sind gebüh­rend beein­druckt, gelernt haben sie dadurch aber über­haupt nichts. Statt „Impro­vi­sa­ti­on“ und „Krea­ti­vi­tät“ fin­de ich die Begrif­fe „Abwechs­lung“ und „Varia­bi­li­tät“ rea­lis­ti­scher und hilf­rei­cher. Bei­de Begrif­fe klin­gen weni­ger ein­schüch­ternd und man asso­zi­iert damit etwas, was man LERNEN und ÜBEN kann.

Vor­aus­set­zung dafür ist aller­dings, län­ge­re Zeit an EINEM bestimm­ten The­ma zu arbei­ten. So ein the­ma­ti­scher Block dau­ert je nach Kom­ple­xi­tät 4–6 Stun­den bzw. Wochen. Neh­men wir als Bei­spiel das Kreuz. Als ers­tes ler­nen wir das „nor­ma­le“ Kreuz im Rhyth­mus ssqqs (s = slow, q = quick) auf der „offe­nen“ Sei­te (also vom Mann aus links). Danach tan­zen wir zwei Kreu­ze hin­ter­ein­an­der als ssq­q­qq. Dann hän­gen wir die zwei Tei­le anein­an­der und haben bereits eine schi­cke 16er Sequenz. Jetzt ler­nen wir (mit offe­ner Tanz­hal­tung) die­se Schritt­fol­ge auf der ande­ren, unge­wohn­ten Sei­te zu tan­zen. Wenn wir das kön­nen, haben wir unse­re ers­te 32er Sequenz gelernt. Danach kön­nen wir das Kreuz mit Wie­ge­schrit­ten am Ort („Cuni­ta“) kom­bi­nie­ren. Oder wir tan­zen drei Kreuz hin­ter­ein­an­der und wech­seln auf 7/8 die Sei­te und wie­der­ho­len das Gan­ze auf der ande­ren Sei­te. Oder wir tan­zen das Kreuz zur Abwechs­lung mal OHNE Ver­dop­pe­lung. Oder wir tan­zen es im Rhyth­mus sqq. Oder der Mann tanzt es rück­wärts (in Tanz­rich­tung) und die Frau vor­wärts. Oder … oder … Die gan­ze Zeit tan­zen wir zwar „nur“ Kreuz(e), aber halt in viel­fäl­ti­gen Variationen. 

Eine ande­re Art abwechs­lungs­rei­ches Tan­zen zu för­dern ist, Figu­ren immer mal wie­der (pas­send zur Musik!) in unter­schied­li­chem Tem­po tan­zen zu las­sen. Neh­men wir als Bei­spiel das Sand­wich. Es ist zwar immer die glei­che Figur, aber es ist schon ein gro­ßer Unter­schied (bzw. soll­te einer sein), ob ich es zu einem lang­sa­men Stück wie „Obli­vi­on“, zu einem schwung­vol­len Vals oder gar einer fet­zi­gen Milon­ga wie „Ella es así“ tanze. 

Beson­ders bei den Varia­tio­nen ist das päd­ago­gisch-didak­ti­sche Geschick des Leh­rers z.B. in Form von Bin­nen­dif­fe­ren­zie­rung gefragt. Es hat kei­nen Sinn Varia­tio­nen tan­zen / ler­nen zu wol­len, wenn die Grund­form noch nicht sicher klappt. Jedes neue The­ma wird wie­der­um mit dem letz­ten The­ma ver­bun­den und kom­bi­niert. Im Lauf der Zeit ent­steht auf die­se Art ein dich­tes „Netz“ an ver­schie­den Bewegungs-„Modulen“ (in Form von 8er, 16er oder 32er Sequen­zen), die mit­ein­an­der kom­bi­niert wer­den können.

Musikalität

In kei­nem ande­ren Bereich ist das Ver­sa­gen des übli­chen Tan­go-Unter­richts so ekla­tant wie im Bereich Musi­ka­li­tät. Es ist ein­fach zum Heu­len, wie vie­le Män­ner nach den ers­ten Tönen los­mar­schie­ren ohne die übli­che Ein­lei­tung abzu­war­ten, wie vie­le bei einem simp­len Vals die 1 nicht tref­fen und wie weni­ge das flot­te Tem­po einer Milon­ga tän­ze­risch umset­zen können. 

Ich kom­me tän­ze­risch vor allem von der (inter­na­tio­na­len) Folk­lo­re und vom Stan­dard- / Latein­tanz. Bul­ga­ri­sche Volks­tän­ze haben oft extrem kom­pli­zier­te Rhyth­men und es ist ganz nor­mal, dass man oft Jah­re braucht, bis man sie (rich­tig) „hören“ und tan­zen kann. Aber jemand, der es halt noch nicht kann, käme nie auf die Idee zu behaup­ten, er kön­ne „bul­ga­risch tan­zen“. Und der Rum­ba-Rhyth­mus ist (rich­tig getanzt) nicht ganz ein­fach, aber ande­rer­seits auch nicht sooo furcht­bar schwer. Wer da immer wie­der „raus­fliegt“, ist sich des­sen im Nor­mal­fall bewusst und schwingt kei­ne gro­ßen Reden über sei­ne Tanz­küns­te. Beim Tan­go mit sei­nen ver­gleichs­wei­se pri­mi­ti­ven 4/4, 3/4 und 2/4 Rhyth­men gehen Selbst­wahr­neh­mung und Rea­li­tät oft absurd auseinander. 

In kei­nem der Stu­di­os, in denen ich gelernt habe, wur­de Musi­ka­li­tät sys­te­ma­tisch ver­mit­telt, nur ganz sel­ten haben wir pas­send zur Musik getanzt, meis­tens dudel­te irgend­was im Hin­ter­grund, um das man sich nicht wei­ter geküm­mert hat. Die meis­ten der so belieb­ten Work­shops zu „Musi­ka­li­tät“ könn­te man sich spa­ren, wenn „musi­ka­li­sches“ Tan­zen von Anfang an fes­ter Bestand­teil des Unter­richts wäre. (Zyni­ker wer­den jetzt ein­wen­den, dass das finan­zi­ell nicht sinn­voll wäre, denn dann könn­te man mit die­sen Work­shops die Leu­te nicht so wun­der­bar abzocken.) 

Im Fol­gen­den beschrei­be ich, wie ICH Musi­ka­li­tät in den ers­ten Stun­den unter­rich­te. Bevor wir einen ein­zi­gen Schritt tan­zen, machen wir uns erst­mal mit dem typi­schen Tan­go-Rhyth­mus ver­traut, z.B. mit Hil­fe von El Once. Wir ler­nen, dass wir eine star­ke Beto­nung auf der 1., 3., 5. und 7. Zähl­zeit haben und dass 8 Zähl­zei­ten / Beats musi­ka­lisch eine Ein­heit bzw. (8er) Phra­se bil­den. Wenn wir Schrit­te auf die 1, 3, 5 und 7 set­zen, gehen wir im „nor­ma­len“ Tem­po, wenn wir auf jeden Beat einen Schritt machen, gehen wir „schnell“ und wenn wir nur auf die 1 und die 5 gehen, gehen wir „lang­sam“.

Im nächs­ten Schritt ler­nen wir, dass auch zwei 8er Phra­sen oft „zusam­men­ge­hö­ren“ (die zwei­te Phra­se wie­der­holt oft das The­ma der ers­ten). Schließ­lich ler­nen wir noch, dass auch zwei 16er Phra­sen eine wei­te­re Ein­heit bil­den und regel­mä­ßi­ge Stü­cke aus sol­chen 32er Phra­sen bestehen. Um die Struk­tur der Musik zu ver­an­schau­li­chen zäh­len wir, wobei wir immer die 1 jeder neu­en Phra­se beto­nen: 12345678, 22345678, 32345678, 42345678. Um die Musik „in den Kör­per“ zu bekom­men, klat­schen wir immer mal wie­der in die Hän­de oder auf den Ober­schen­kel oder gehen auf der Stel­le und stamp­fen bei Beginn einer neu­en Phra­se etwas stär­ker auf. 

Ab die­sem Zeit­punkt ach­ten wir dar­auf, dass wir in Phra­sen tan­zen. Am Anfang ganz ein­fach: Eine Phra­se lang (= 4x) am Ort pen­deln und eine Phra­se lang gehen (= 4 Schrit­te). Nach­dem wir das Kreuz tech­nisch gelernt haben, tan­zen wir es wie­der in einer 8er Phra­se mit zwei vor­an­ge­hen­den Schrit­ten als ssqqs. Wenn wir zwei Kreu­ze hin­ter­ein­an­der tan­zen kön­nen, tan­zen wir die als ssq­q­qq. Jetzt hän­gen wir die bei­den Tei­le anein­an­der (ssq­q­qq, ssqqs) und haben schon mal eine schi­cke 16er Phra­se. Wenn wir die jetzt „spie­gel­bild­lich“ auf der ande­ren Sei­te wie­der­ho­len, haben wir (per­fekt zur Musik) eine kom­plet­te 32er Phra­se getanzt. Als Haus­auf­ga­be wie­der­ho­len wir noch­mal die rhyth­mi­sche Struk­tur von Tango-Musik. 

Meh­re­re 32er Phra­sen bil­den wie­der­um Tei­le (sec­tions), die meis­tens einem fes­ten Mus­ter (ABACA) fol­gen und uns das Anti­zi­pie­ren der Musik erleich­tern. Als Haus­auf­ga­be gibt es The Struc­tu­re of Tan­go.

Als nächs­tes beschäf­ti­gen wir uns mit der Ein­lei­tung. Wir zäh­len die Ein­lei­tung von El Adi­os und erken­nen, dass wir (wie zu erwar­ten) vier Phra­sen abwar­ten soll­ten, bevor wir mit dem Tan­zen begin­nen. Die Haus­auf­ga­be lau­tet, sich den Beginn von ver­schie­de­nen Tan­gos anzu­hö­ren und zu ent­schei­den, wie lan­ge die Ein­lei­tung dauert. 

Wenn uns die 32er Ein­lei­tung in „Fleisch und Blut“ über­ge­gan­gen ist, ana­ly­sie­ren wir den Beginn von Invier­no und stel­len fest, dass wir zwar nach vier 8er Phra­sen anfan­gen könn­ten, aber es viel bes­ser wäre, auch noch die 5. und 6. Phra­se abzu­war­ten, weil es dann erst rich­tig „los­geht“. Und dann gibt es natür­lich auch Stü­cke, wo wir bereits nach zwei Phra­sen los­le­gen kön­nen. Spä­ter beschäf­ti­gen wir uns auch mit eher unge­wöhn­li­chen Ein­lei­tun­gen wie El Huracán und über­le­gen uns, was man machen könn­te, bevor man mit dem eigent­li­chen Tan­zen beginnt. 

Von Anfang an soll­ten Übun­gen zum Gehen, zum Kreuz, zu Och­os, Moli­net­te usw. PASSEND ZUR MUSIK geübt wer­den. Und sobald vor allem die Män­ner ihre Schrit­te weit­ge­hend auto­ma­ti­siert haben und die Füh­rung klappt, soll­te der Schwer­punkt auf die musi­ka­lisch pas­sen­de Umset­zung gesetzt wer­den. Das geht nur, wenn rhyth­misch klar akzen­tu­ier­te Musik mit einer deut­li­chen und vor allem mög­lichst regel­mä­ßi­gen Phra­sen­struk­tur gespielt wird. Ich war bzw. bin immer wie­der ver­blüfft bzw. ent­setzt, wie oft irgend­ei­ne völ­lig belie­bi­ge (bzw. unpas­sen­de) Musik im Hin­ter­grund dudelt, ohne dass irgend­je­mand „zur Musik“ tanzt. Wie soll ein Anfän­ger musi­ka­li­sches Tan­zen ler­nen, wenn er zu wenig akzen­tu­ier­ter Musik, viel­leicht auch noch mit Tem­po­wech­seln bzw. wech­seln­der Dyna­mik tan­zen soll? Gera­de Neo- oder Non-Tan­gos mit ihrem gleich­mä­ßi­gen Tem­po und ihrer kla­ren Phra­sen­struk­tur könn(t)en den Lern­pro­zess deut­lich fördern.

Neue Schrit­te / Figu­ren tan­zen wir immer erst mal „tro­cken“ (mit Hil­fe rhyth­mi­sier­ter Spra­che), also z.B. bei der Moli­ne­te „rück – seit – vor – seit“ oder beim Kreuz „laaang – laaang – kurz – kurz – laaang“. Mit Fort­ge­schrit­te­nen kön­nen wir Figu­ren durch Ver­dop­pe­lun­gen be- bzw. durch Ver­lang­sa­mung und Pau­sen ent­schleu­ni­gen. Wir tan­zen z.B. das Sand­wich zunächst ein­mal zu „nor­ma­ler“ Tan­go-Musik, danach zu einer flot­ten Milon­ga, danach zu einem Vals und danach zu lang­sa­mer Musik. Und jedes Mal ver­su­chen wir, die Eigen­ar­ten der Musik (z.B. das Flie­ßen­de des Vals) in Bewe­gung umzusetzen.

Die nöti­gen didak­ti­schen Grund­la­gen für einen ent­spre­chen­den Unter­richt beschreibt Joa­quín Amen­á­bar in Kapi­tel 17 („Unter­rich­tung eines Schrit­tes oder einer Figur aus­ge­hend von der Musik“ S. 139 ff.) sei­nes her­vor­ra­gen­den Buches Tan­go – Zur Musik tan­zen! (Ein Demo-Video aus der Begleit-DVD kann man sich hier ansehen.)

Freies Tanzen

In den letz­ten ca. 20 Minu­ten soll­te nur noch (mit gele­gent­li­chem Part­ner­wech­sel) „nor­mal“ getanzt wer­den, dabei lau­tet die Auf­ga­be die „neue(n)“ Figur(en) ins Reper­toire zu inte­grie­ren, also nicht mehr nur noch aus­schließ­lich (wie beim Üben) die neue Figur zu tan­zen. Das bedeu­tet, dass die Frau nicht mehr wis­sen darf, was als nächs­tes kommt, damit sie nicht „von sich aus“ (weil sie ja weiß „wie es geht“) die Figur „run­ter­tanzt“. Erst jetzt zeigt sich, ob die Füh­rung klar genug ist und die Schrit­te / Bewe­gun­gen soweit auto­ma­ti­siert sind, dass sie sich flüs­sig in den Tanz­fluss inte­grie­ren oder ob es noch „hakt“ und man „hän­gen­bleibt“. Die­se über­aus wich­ti­ge Pha­se ist nach mei­ner Erfah­rung ent­we­der viel zu kurz oder ent­fällt völ­lig. Die meis­ten Stun­den sind viel zu voll­ge­pfropft, obwohl schon längst Zeit wäre auf­zu­hö­ren, kommt noch eine Varia­ti­on und noch eine Ver­zie­rung – schließ­lich will man dem Kun­den ja „was bie­ten“. Mit­un­ter blei­ben vor­her ange­kün­dig­te Sachen wegen Zeit­man­gel ein­fach auf der Stre­cke. Das wäre nicht so tra­gisch, wenn es an die­ser Stel­le in der nächs­ten Stun­de wei­ter­ge­hen wür­de, das tut es aber so gut wie nie. Statt­des­sen kommt wie­der irgend­was ganz Ande­res (im schlech­tes­ten Fall frägt der Leh­rer „Was ham­ma eigent­lich letz­te Stun­de gemacht?“). 

Im Ide­al­fall folgt auf den Unter­richt eine Prac­ti­ca oder eine „anfän­ger­freund­li­che“ Milon­ga, auf der die neu­en Schrit­te / Figu­ren wei­ter geübt und per­fek­tio­niert wer­den kann.

Eini­ge Leu­te behaup­ten hart­nä­ckig, dass man nur wenig oder gar kei­nen Unter­richt braucht, weil man sich alles Nöti­ge auf Milon­gas bzw. Prac­ti­cas aneig­nen kann. In die­sem Arti­kel beschäf­ti­ge ich mich mit die­ser Behauptung. 

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  1. Claudia

    Hal­lo Jochen,
    stim­me dir zu. Bin selbst (Englisch-)Lehrerin und Tan­go-Tän­ze­rin und habe wohl einen sehr ähn­li­chen Unter­richts­stil. Viel­leicht soll­ten wir mal ein P‑Seminar Tan­go anbieten?
    Vie­le Grüße
    Claudia

  2. Andreas Buschmann

    Auch ich stim­me dem Gesag­ten um Gro­ßen und Gan­zen zu – der rea­le Tan­go Unter­richt ist wirk­lich in viel zu vie­len Fäl­len eine didak­ti­sche Kata­stro­phe. Ich sehe eine Ursa­che dafür in der his­to­ri­schen Ent­wick­lung des Unter­richts, aber das ist ein eige­nes, län­ge­res Thema. 

    Ein The­ma fehlt mir aber sowohl in die­sem Text als auch im Tan­go Unter­richt selbst kom­plett. Mei­ner Mei­nung nach wäre es für das The­ma „musi­ka­lisch Tan­zen“ wich­tig, wenn die Schü­ler das „Tan­go Hören“ expli­zit und beglei­tend zum Tan­zen ler­nen wür­den. Und zwar von Anfang an. Wer mit Tan­go Musik auf­ge­wach­sen ist, wird das viel­leicht intui­tiv erfasst haben, aber für Tan­go Neu­lin­ge ist es nach mei­ner Erfah­rung sinn­voll ein paar Din­ge zunächst ein­mal kennenzulernen. 

    Was mei­ne ich mit „Hören ler­nen“? Tan­go Musik im All­ge­mei­nen (1) folgt, wie (fast) alle Musik, bestimm­ten Prin­zi­pi­en und Regeln: Auf­bau in Tei­len, Wie­der­ho­lun­gen, Fra­ge – Ant­wort Phra­sen, dyna­mi­sche Wech­sel, Varia­tio­nen etc. . Das Erken­nen die­ser Struk­tu­ren in der Musik ist der Schlüs­sel für ent­spann­tes Tan­zen mit Pau­sen an den rich­ti­gen Stel­len, für abwechs­lungs­rei­ches und dyna­mi­sches Tan­zen, für musi­ka­li­sche Inter­pre­ta­ti­on und Impro­vi­sa­ti­on. Wenn ich die­se Prin­zi­pi­en „höre“, kann ich auch bei einem mir unbe­kann­ten Stück viel vor­her­sa­gen und stress­frei und musi­ka­lisch dazu tan­zen. Und es macht Spaß die Ideen der Musi­ker und Arran­geu­re zu erken­nen und ihre ein­ge­bau­ten Scher­ze und Fop­pe­rei­en in Rich­tung Tän­zer zu verstehen. 

    Mei­ne Erfah­rung ist, dass selbst nach jah­re­lan­gem Tan­go Unter­richt vie­le Tän­zer nicht in der Lage sind selbst ein­fachs­te Struk­tu­ren zu erken­nen und im Tanz zu berück­sich­ti­gen. Umge­kehrt – wer ein­mal gelernt hat die­se Struk­tu­ren zu erken­nen, ver­bes­sert fast unmit­tel­bar sei­nen Tanz, unab­hän­gig vom Ausgangsniveau. 

    Das Bewusst­ma­chen die­ser Prin­zi­pi­en mit einer paar ein­fa­chen beglei­ten­den Hör- und Bewe­gungs-Übun­gen (die noch nicht mal Tan­go Kennt­nis­se erfor­dern), könn­te das Tan­go Ler­nen ins­ge­samt ver­ein­fa­chen und die Musi­ka­li­tät des Tan­zens ver­bes­sern. Vor allem aber erleich­tert es das Tan­zen unbe­kann­ter Stü­cke und Inter­pre­ta­tio­nen und kann damit den musi­ka­li­schen Hori­zont erwei­tern. Es gibt ein­zel­ne Work­shop Anbie­ter zu die­sem The­ma, aber die decken nur Teil­aspek­te ab. Eine beglei­ten­de Inte­gra­ti­on in den Unter­richt mit prak­ti­schen Übun­gen hiel­te ich für erfolg­ver­spre­chen­der. Aber viel­leicht fehlt es den Leh­rern dazu selbst an Wissen. 

    (1) Natür­lich gibt es Aus­nah­men und die Prin­zi­pi­en in der Musik haben sich im Lau­fe der Tan­go His­to­rie wei­ter­ent­wi­ckelt und ver­än­dert. Aber auch das kann man erfas­sen und es trennt zwi­schen „leicht“, „inter­es­sant“ und „schwer tanz­ba­rer“ Musik bis hin zu Musik, deren kom­ple­xer Auf­bau eine Cho­reo­gra­fie erfor­dert um sie musi­ka­lisch inter­pre­tie­rend zu tanzen.

    • Ich tei­le dei­ne For­de­rung, dass „ein­fa­che beglei­ten­de Hör- und Bewe­gungs-Übun­gen“ ein fes­ter Bestand­teil des Unter­richts sein sollten. 

      Wenn es aber um „Auf­bau in Tei­len, Wie­der­ho­lun­gen, Fra­ge – Ant­wort Phra­sen, dyna­mi­sche Wech­sel, Varia­tio­nen etc.“ geht, soll­te das m.E. außer­halb der eigent­li­chen Stun­de in einem eige­nen Work­shop (oder wie auch immer man es nen­nen möch­te) statt­fin­den, z.B. vor oder nach dem Unter­richt. Die­se (Ge)Hörschulung erfor­dert mehr­ma­li­ges, kon­zen­trier­tes Zuhö­ren. Außer­dem soll­te die Stru­kur der Musik m.E. unbe­dingt visua­li­sert wer­den (wie z.B. in https://www.youtube.com/watch?v=C1pHogtBA58).

  3. Lie­ber Jochen,
    vie­len Dank für die gründ­li­che Arbeit und dei­ne Gedan­ken, ich bin auch Sport­leh­rer und unter­rich­te mit mei­ner Frau (auch Sport­leh­re­rin) seit 12 Jah­ren Tan­go am Boden­see in Konstanz/Kreuzlingen beim http://www.tangolibre.de (wir sind als Ver­ein auf­ge­stellt und machen das neben unse­rer schul. Tätigkeit)
    Vie­le Inhal­te von dir sehe ich genau­so, und ich glau­be das wir zu 90% auch so unter­rich­ten, wie­der­ho­len wie­der­ho­len, Genau­ig­keit, damit Ele­ganz und Schön­heit in der Bewe­gung, ach es gäbe sovie­le The­men und die menschl. Bewe­gung ist auch echt span­nend zu stu­die­ren, da haben wir von unse­rem Fach aus schon einen klei­nen Vor­teil, wir hat­ten selbst auch guten Tan­go­un­ter­richt und konn­ten davon viel pro­fi­tie­ren, vor 20 Jah­ren war der Tan­go­un­ter­richt auch noch viel anders, vormachen-nachtanzen…fertig, da haben wir auch all­l­l­l­l­l­l­l­l­l­l­l­l­l­l­les erlebt, auch in BsAs.
    Auf jeden Fall noch­mal ganz herz­li­chen Dank für dei­ne Arbeit und die Anregungen
    und ganz lie­be Grü­ße vom Lago di Constanza
    Thomas

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