Englisch & Sport am Gymnasium ... und gottloser, pflanzlicher Tango

Schlagwort: Unterricht Seite 1 von 28

Das Bindungsgeflecht zerstört

Ein Leser­brief in der FAZ (Dank an Max Müller):

[Mebis] Hausaufgaben online korrigieren und überarbeiten

Auch auf Mebis sol­len sich mei­ne Schüler*innen „aktiv“ mit mei­nen Kor­rek­tu­ren bzw. Kom­men­ta­ren zu ihren Haus­auf­ga­ben beschäf­ti­gen und ihre HA über­ar­bei­ten. Im Fol­gen­den geht es aus­schließ­lich um die „online Text­ein­ga­be“. Die Arbeit mit Datei­en beschrei­be ich in die­sem Bei­trag. Nach­dem Mebis nicht wirk­lich gut für mei­ne Metho­de geeig­net ist, muss man gele­gent­lich ein biss­chen tricksen. 

Ich beschreibe im Folgenden auch, was der Schüler jeweils sieht bzw. machen muss, denn als Lehrer sieht bzw. weiß man das normalerweise nicht, deswegen kann es leicht zu Missverständnissen bzw. ungerechtfertigten Vorwürfen kommen. 

Neh­men wir als Bei­spiel eine Hör­ver­ste­hens­übung. Die Schü­ler sol­len sich einen Text online anhö­ren (es geht um The Monu­ment in Lon­don) und die Fra­gen, die im Buch ste­hen stich­wort­ar­tig beant­wor­ten. Ich möch­te also kei­ne abfo­to­gra­fier­ten, hand­ge­schmot­zel­ten Zet­tel und auch kei­ne PDFs, denn ich möch­te eben­falls online kor­ri­gie­ren bzw. kommentieren. 

Aufgabe stellen

Zunächst legst du wie immer eine Auf­ga­be an, gibst eine Über­schrift ein und sagst in der Beschrei­bung, was wie gemacht wer­den soll. Schön fin­de ich dabei die Mög­lich­keit die Schü­ler direkt mit Vor­na­men anzu­spre­chen. An jeder Stel­le in der Lern­platt­form, an dem du den Text­bau­stein {first­na­me} ver­wen­dest, erscheint der Name der Per­son, die sich den Inhalt gera­de ansieht. Also könn­te der Beginn dei­ner Bei­schrei­bung fol­gen­der­ma­ßen aus­se­hen: Hel­lo {first­na­me}, plea­se go to p. 22 of your text­book and do …

Danach deak­ti­vierst du bei Abga­be­ty­pen (unter dem Datei­en Drag-and-drop Feld) die Opti­on Datei­ab­ga­be und akti­vierst Text­ein­ga­be online. Danach kon­trol­lierst du noch, ob (rechts) bei Feed­back-Typen das Häk­chen bei Feed­back als Kom­men­tar gesetzt ist (ist nor­ma­ler­wei­se vor­ein­ge­stellt). Wie immer Spei­chern nicht vergessen!

Damit der Schü­ler sei­ne „abge­ge­be­ne“ HA erneut bear­bei­ten kann, muss dar­über­hin­aus (wie­der rechts) bei Abga­be­ein­stel­lun­gen die Opti­on Ver­su­che erneut bear­beit­bar auf Auto­ma­tisch bis zum Bestehen ein­ge­stellt wer­den. Beim Aus­wahl­feld dar­un­ter Maxi­mal mög­li­che Ver­su­che las­se ich das vor­ein­ge­stell­te Unbe­grenzt.

Vor­ein­ge­stellt ist außer­dem, dass es bei jeder Auf­ga­be maxi­mal 100 Punk­te gibt. Falls dir das zuviel ist, kannst du bei Bewer­tung > Maxi­mal­punk­te die maxi­ma­le Punkt­zahl bzw. (dar­über) auch den Typ der Bewer­tung anpas­sen. Auch wenn du die HA nur kor­ri­gie­ren aber nicht bewer­ten willst, soll­te in die­sem Feld ein Punkt­zahl drin­nen­ste­hen (ich neh­me ein­fach 5), damit du spä­ter bereits bewer­te­te Auf­ga­ben aus­blen­den kannst (sie­he unten). 

Du kannst aller­dings auch eine ganz ande­re Art der Bewer­tung wäh­len: Bewer­tung: Typ und im Aus­wahl­feld Ska­la wäh­len. In der nun fol­gen­den Lis­te kennt man sich beim ers­ten Mal über­haupt nicht aus und fragt sich, war­um es zum Bei­spiel Schul­no­ten gleich drei­mal gibt und was um Him­mels wil­len Getrenn­te und gemein­sa­me Art des Wis­sens sein könn­te. Eine Erklä­rung die­ser gan­zen Optio­nen bekommst du, wenn du auf das Kurs Zahn­rad (= Akti­ons­me­nü) klickst und danach Bewer­tun­gen wählst. Danach auf das Aus­wahl­feld kli­cken und run­ter zu Bewer­tungs­ska­len: Anzei­gen.

Aufgabe bearbeiten

Nachdem der Schüler auf die Aufgabe geklickt hat, sieht er einen Button Abgabe hinzufügen. Nachdem er da draufgeklickt hat, kann er seine Antworten eingeben und klickt abschließend auf Änderungen sichern.  

Aufgabe korrigieren / kommentieren

Wenn du die HA kor­ri­gie­ren möch­test, wählst du (nach Klick auf die Auf­ga­be) Alle Abga­ben anzei­gen und danach Bewer­tung. Damit du spä­ter schnell zur Lis­te der abge­ge­be­nen HA zurück­keh­ren kannst, öff­nest du die gewünsch­te HA in einem neu­en Tab. In Fire­fox dazu Strg + Links­klick oder RECHTSklick auf Bewer­tung und aus dem Kon­text­me­nü den ers­ten Befehl Link in neu­em Tab öff­nen. Danach musst du (links oben) erst­mal auf das + Zei­chen kli­cken, damit die gan­ze Ant­wort ange­zeigt wird: 

Um jetzt die Feh­ler zu kor­ri­gie­ren / kom­men­tie­ren, mar­kierst du sie, fügst sie unten ins Feed­back Feld ein und schreibst dei­ne Kor­rek­tur / dei­nen Kom­men­tar darunter:

Um ein Zitat zu kenn­zeich­nen neh­me ich das aus Mails bekann­te ‚>‘. Nach Belie­ben kannst du mit ver­schie­de­nen Far­ben bzw. Aus­zeich­nun­gen (wie fett oder kur­siv) arbei­ten.

Falls dir das Mar­kie­ren und Ein­fü­gen zu umständ­lich ist, gibt es auch noch eine zwei­te Mög­lich­keit. Wenn du bei Feed­back-Typen > Inli­ne-Kom­men­tar die Opti­on Ja ein­stellst, wird der gesam­te Text des Schü­lers im Feed­back-Kom­men­tar Feld ange­zeigt und du kannst gleich kor­ri­gie­ren / kom­men­tie­ren. Als Nach­teil emp­fin­de ich aller­dings, dass auch alles Rich­ti­ge dasteht. Ent­we­der las­se ich das ste­hen, dann wird es, vor allem bei mehr Text, schnell unüber­sicht­lich oder ich lösche alles Rich­ti­ge, damit sich der Schü­ler spä­ter nur auf Fal­sches kon­zen­trie­ren kann. Dann dau­ert das Löschen aber oft genau­so lan­ge wie das „Run­ter­ko­pie­ren“. Pro­bier ein­fach mal bei­de Ver­fah­ren aus. 

Inli­ne-Kom­men­ta­re sind aller­dings prak­tisch, wenn du nur „posi­tiv“ kor­ri­gie­ren möchtest: 

Zusätz­lich zu dei­nen Kor­rek­tu­ren / Kom­men­ta­ren soll­test du jetzt noch dem Schü­ler mit­tei­len, bis wann die Über­ar­bei­tung abge­ge­ben sein soll („Do the revi­si­on by Wed­nes­day 3 pm.“). Ich schrei­be die­se Info gleich ins Feed­back Feld, man kann aber natür­lich auch eine eige­ne „Mit­tei­lung“ schreiben.

Damit der „Teil­neh­mer“ auch wirk­lich über dein Feed­back infor­miert wird, musst du jetzt noch bei Bewer­tung eine Zahl ein­tra­gen. Am Ende klickst du auf Ände­run­gen spei­chern. Danach kannst du den Tab schlie­ßen und bist wie­der bei der Lis­te der abge­be­nen HA.

Aufgabe überarbeiten

Wenn der Schüler seine HA überarbeiten will, muss er ebenfalls erstmal auf das + klicken, um das ganze Feedback zu sehen:
Sobald er jetzt aber auf Abgabe bearbeiten klickt, ist dein Feedback verschwunden, er sieht also nicht mehr, was er alles korrigieren soll! Mit einem kleinen Trick kann er das Problem aber umgehen. Mit den beiden oben genannten Methoden kann man Abgabe bearbeiten NICHT in einem neuen Tab öffnen. Stattdessen klickt man in Firefox oben mit RECHTSklick auf den Tab-Reiter und wählt Tab klonen (in Chrome  Duplizieren, in Edge Tab duplizieren). Jetzt sieht der Schüler im einen Tab, was er alles verbessern soll und im anderen kann er es dann auch machen. 

Damit das Gan­ze funk­tio­niert, muss man den Schü­lern (zumin­dest beim ers­ten Mal) genau sagen, was sie machen sollen: 

Schau dir bit­te mei­ne Kor­rek­tu­ren bzw. Kom­men­ta­re sorg­fäl­tig an und ver­bes­se­re ent­spre­chend dei­ne ursprüng­li­che Ein­ga­be. Kli­cke zunächst auf das blaue + Zei­chen links oben, damit du mein gan­zes Feed­back siehst. Kli­cke danach mit der RECHTEN Maus­tas­te oben auf den Tab-Rei­ter und wäh­le bei Fire­fox ‚Tab klo­nen‘, bei Chro­me ‚Dupli­zie­ren‘ und bei Edge ‚Tab dupli­zie­ren‘. Als nächs­tes klickst du in einem der bei­den Tabs auf ‚Abga­be bear­bei­ten‘. Wech­sel nun zwi­schen Feed­back- und Bear­bei­tungs-Tab und über­ar­bei­te / kor­ri­gie­re dei­ne ursprüng­li­chen Ein­ga­ben. Ver­giss nicht am Ende dei­ne Ände­run­gen zu spei­chern! [Falls gewünscht:] Schreib mit bit­te eine kur­ze Nach­richt, wenn du dei­ne HA über­ar­bei­tet hast. 

Textbausteine einfügen

So viel Text immer wie­der neu zu schrei­ben, ist natür­lich ätzend. Also schreibt man ihn nur ein­mal z.B. in Ever­no­te und kopiert ihn dann immer wie­der. Noch prak­ti­scher ist ein sog. Clip­board Mana­ger wie Clip­pings für Fire­fox bzw. Clip­board Histo­ry Pro für Chro­me. Man schreibt einen belie­bi­gen Text nur ein ein­zi­ges Mal, spei­chert ihn als Text­bau­stein und kann ihn danach belie­big oft ein­fach per Maus­klick einfügen.

Aufgabe abschließen

Irgend­wann schaue ich mir sei­ne über­ar­bei­te­te HA an und sehe hof­fent­lich, dass alle Feh­ler kor­ri­giert sind: 

Per Mit­tei­lung infor­mie­re ich den Schü­ler, dass die HA abge­schlos­sen ist („Done“).

Außer­dem gebe ich in das Feld Bewer­tung eine Punkt­zahl (bei mir 5) ein. Damit wird es mög­lich, bereits abge­schlos­se­ne (= bewer­te­te) HA aus der Lis­te auszublenden: 

Genau­so könn­te man sich anzei­gen las­sen, wel­che Schü­ler ihre HA noch nicht abge­ge­ben haben und sie (un)freundlich dar­an erin­nern, dass der Abga­be­ter­min schon längst vor­bei ist. 

Das gan­ze Ver­fah­ren funk­tio­niert nur an einem PC mit nor­ma­ler Tas­ta­tur rich­tig, ent­spre­chend könn­te eine Anwei­sung lau­ten: „If pos­si­ble do this / the fol­lowing home­work at a PC with a nor­mal key­board.“ Auf einem Tablet habe ich es noch nicht aus­pro­biert, auf einem Han­dy ist es ein ziem­li­ches Gepfrie­mel, da muss man dann bezüg­lich der Sorg­falt der Ver­bes­se­rung groß­zü­gi­ger sein. 

Fächerübergreifende Konversation

Gibt es bei euch auch so eine Art „Klas­sen­ta­ge­buch“, in dem die Kol­le­gen stich­wort­ar­tig das The­ma ihrer Stun­de notie­ren? Falls ja, hast du eine aus­ge­zeich­ne­te Quel­le für fächer­über­grei­fen­de Konversation. 

Ist die Schule zu blöd für unsere Kinder?

… ist der Titel eines ganz neu erschie­nen Buches von Jür­gen Kau­be, Her­aus­ge­ber und Bil­dungs­ex­per­te der FAZ und Vater von zwei Töchtern. 

Die Bildungsvisionen halten der Wirklichkeit nicht stand

Seit zehn Jah­ren liegt John Hat­ties Stu­die „Visi­ble Lear­ning“ vor. Die Ergeb­nis­se sind ein­deu­tig: Gründ­li­cher Unter­richt ist ziel­füh­ren­der als päd­ago­gi­sche Expe­ri­men­te. Zeit, dar­aus Kon­se­quen­zen zu zie­hen, meint Päd­ago­ge Micha­el Felten.

Wei­ter­le­sen … (Tipp von Max Müller)

What is the truth behind class sizes?

Eines der größ­ten Rät­sel im Zusam­men­hang mit Hat­ties Ran­king ist, war­um die Klas­sen­grö­ße (mit 0,21) eine offen­bar so gerin­ge Bedeu­tung hat, wo man doch als „Prak­ti­ker“ immer meint, dass der Unter­richt in einer klei­ne­ren Klas­se effek­ti­ver ist bzw. sein müss­te. Im fol­gen­den Video erklärt Hat­tie, war­um es in Wirk­lich­keit alles ein biss­chen kom­pli­zier­ter ist: 

Use of L1 in EMI

Use of L1 in EMI is asso­cia­ted with bet­ter out­co­mes in Eng­lish proficiency. […]

The L1 is also tied to cogni­ti­ve deve­lo­p­ment, and the bet­ter a stu­dent deve­lo­ps in terms of cogni­ti­on, the bet­ter a lear­ner they beco­me, which enhan­ces lan­guage acqui­si­ti­on as well.

Given what we now know con­clu­si­ve­ly about the impor­t­ance for all stu­dents of having their first lan­guages invol­ved in their lear­ning expe­ri­en­ces, the­re is no lon­ger any excu­se for not making this happen.

Wei­ter­le­sen …

Es geht zwar um Eng­lish medi­um inst­ruc­tion (Wiki­pe­dia), lern­theo­re­ti­sche Erkennt­nis­se gel­ten aber für unse­ren Fremd­spra­chen­un­ter­richt natür­lich genau­so. Für jeden, der sich auch nur ein biss­chen mit der Mate­rie beschäf­tigt hat und z.B. Prof. Butz­kamm kennt, sind das alles Uralt-Bin­sen, aber die Tat­sa­che, dass die­se „Erkennt­nis­se“ in einer renom­mier­ten eng­li­schen Stu­die erschei­nen, lässt hof­fen, dass auch wir irgend­wann mal wie­der von unse­rem unsin­ni­gen „Eng­lish only“ Ansatz weg­kom­men. Und wenn’s der Sache dient, neh­me ich dafür sogar einen bescheu­er­ten Begriff wie seren­di­pi­tous trans­lan­gu­aging in Kauf. 😉

Group Work That Works

The idea of get­ting kids to work and learn tog­e­ther is not new, and it can have a potent effect on stu­dents’ lear­ning. Group work works – but only if you do it well.

Other­wi­se, you will find that some stu­dents domi­na­te, other stu­dents chat and some sit back and do as litt­le as they pos­si­b­ly can. Sim­ply pla­cing stu­dents into groups and asking them to work tog­e­ther will not help them to learn. Sad­ly, that is exact­ly what many tea­chers do.

Wei­ter­le­sen …

Homeprep statt Homework

Haus­auf­ga­ben SIND sinn­voll, man muss sie nur rich­tig stellen: 

Fremdsprachig unterrichten – wie schaffe ich das?

Falsch ist aber auch das völ­li­ge Bei­sei­tel­as­sen der L1, als ob es sie nicht gäbe, der Ver­zicht auf ihre Mit­hil­fe – die allen­falls bei gram­ma­ti­schen Erklä­run­gen erlaubt war. Falsch ist die schlich­te Devi­se: so wenig Mut­ter­spra­che wie mög­lich, weil sie auf der Unkennt­nis aus­ge­ar­bei­te­ter bilin­gua­ler Lehr­tech­ni­ken  beruht. Man hat das Kind mit dem Bade­was­ser aus­ge­schüt­tet. Das kann zu so etwas wie unter­las­se­ner  Hil­fe­leis­tung füh­ren. Ich will Ihnen vor­nehm­lich zei­gen, wie man die Mut­ter­spra­che nicht ein­fach bloß erlaubt, son­dern zum Bünd­nis­part­ner macht, und zwar so, dass man die fremd­sprach­li­che Ver­stän­di­gung im Unter­richt för­dert, statt sie zu behindern.

Wei­ter­le­sen …

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