Der „Markt“, also die „Nachfrage“ regelt auch im Tango das „Angebot“ (an Milongas). Wenn man das Angebot (zumindest in München) anschaut, muss man ganz klar feststellen, dass „traditionelle“ Milongas „Marktführer“ sind, während Neolongas als unbedeutendes „Nischenprodukt“ vor sich hin dümpeln und kaum „nachgefragt“ werden. Woran könnte das liegen?
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Ich verwende im Folgenden ganz traditionell „Mann“ und „Frau“. Für mich ist „der Führende“ und „die Folgende“ lediglich umständlicher, denn wir haben ja weiterhin die beiden Geschlechts-„Zuschreibungen“. Und „der Leader“ und „der Follower“ ist noch schlechter, denn dann ist ständig der Bezug („mit seinem rechten Arm“) unklar.
Über kein anderes Thema im Tango gibt es soviel nebulöses Geschwurbel wie beim „Führen & Folgen“.
Warum können nur die wenigsten Männer entspannt in guter Haltung tanzen? In anderen Beiträgen habe ich mich mit schlechter Haltung und dem Gehen beschäftigt. Im Folgenden geht es darum, dass viele / die meisten (?) Männer motorisch-tänzerische Analphabeten sind und was sie dagegen machen können.
„Tango es caminar“. (Tango ist Gehen.) / „El tango se camina.“ (wörtl. Der Tango geht sich)
„Bailar el tango es caminar como uno camina en la calle.“ (Tango tanzen heißt, so zu gehen, wie man auf der Straße geht.)
Warum können nur die wenigsten Männer so entspannt und locker tanzen, wie man auf der Straße geht bzw. noch besser spaziert oder flaniert? Oder genauer gesagt: Wie man früher spazierte bzw. flanierte. Heute rennen die meisten ja nur noch mit Rundrücken permanent aufs Handy glotzend durch die Gegend.
Die meisten TänzerInnen würden besser tanzen (bzw. schneller lernen), wenn sie ihre allgemeinen körperlichen Grundlagen wie Gleichgewicht, Koordination, Kraft, Beweglichkeit und Haltung trainieren würden.
Alle folgenden Titel findest du auch bei YouTube. In anderen Beiträgen geht es um flotte Tangos und schwungvolle Milongas.
Hängen dir die öden Knister-Knack-Jaul-Schrammel Valses, die auf vielen Milongas gespielt werden, auch schon längst zu den Ohren raus? Im Folgenden findest du schöne Alternativen. Die Reihenfolge ist alphabetisch nach Interpreten, also kein Ranking. Wenn du auf Milongas auch mal zu dieser Musik tanzen möchtest, musst du (und am besten noch viele andere Leute) immer wieder die DJs und Veranstalter ansprechen. Steter Tropfen …
Die Kombination aus Musik / Rhythmus und koordinativen Herausforderungen ist ein optimales Gehirntraining, weil dadurch verschiedenen Hirnregionen aktiviert werden und die sog. „Neuroplastizität“ (= Anpassungsfähigkeit) des Gehirns gefördert wird. Deshalb gilt Bewegung zu Musik bzw. Tanzen inzwischen als die wahrscheinlich beste Prophylaxe gegen die sog. „neurodegenerativen“ Krankheiten wie Demenz und Alzheimer.
Im Folgenden zeige ich dir vielfältige Möglichkeiten, wie du dein Rhythmusgefühl und deine Koordination verbessern kannst.
Immer wieder wird behauptet, man könne Tango nur „authentisch“ tanzen, wenn man die Texte kennen würde. Ich denke hingegen, dass es reicht, eine ungefähre Vorstellung davon zu haben, worum es in den meisten Tango-Texte geht. Eine genauere Kenntnis verdirbt einem oft genug die Stimmung bzw. den Tanz.
Wenn ich „folge“ (also „Frau“ bzw. „Follower“ tanze) kann ich es nicht leiden, wenn mein(e) Partner(in) plötzlich stehenbleibt und nichts mehr macht. Oft schaut er / sie mich erwartungsvoll an und gelegentlich kommt noch ein aufmunterndes „Jetzt bist du dran“. Ich bin in solchen Situationen meistens bockig und mache auch einfach nichts.
Machen wir mal ein kleines Gedankenexperiment. Stell dir vor, du hast noch nie „traditionelle“ (= historische) Tango-Musik gehört. Du sollst jetzt einfach „aus dem Bauch“ (bzw. dem Ohr) heraus entscheiden, welche Musik dir besser gefällt, welche du schöner findest und zu welcher du lieber tanzen würdest: