Die meis­ten Tän­ze­rIn­nen wür­den bes­ser tan­zen (bzw. schnel­ler ler­nen), wenn sie ihre all­ge­mei­nen kör­per­li­chen Grund­la­gen wie Gleich­ge­wicht, Koor­di­na­ti­on, Kraft, Beweg­lich­keit und Hal­tung trai­nie­ren würden.

Gleichgewicht

Vor allem Frau­en brau­chen (z.B. für Ochos) ein gutes Gleich­ge­wicht. Und weil sich Frau­en bei Dre­hun­gen immer wie­der am Mann fest­hal­ten müs­sen, soll­ten auch Män­ner regel­mä­ßig ihr Gleich­ge­wicht trainieren. 

Die nahe­lie­gen­de Übung ist natür­lich mög­lichst oft auf einem Bein zu ste­hen, z.B. beim War­ten an der Kas­se im Super­markt, beim War­ten auf Bus / U‑Bahn / Zug etc. Fan­ge gleich mor­gen damit an und mache es dir zur Gewohn­heit War­te­zei­ten auf die­se Art zu nut­zen. Du kannst die Übung schwie­ri­ger machen, indem du das Stand­bein stär­ker beugst. Dann trai­nierst du zusätz­lich noch Bein- und Hüft­mus­keln. Alter­na­tiv kannst du dein Gewicht auf den Bal­len ver­la­gern, indem du die Fer­se anhebst („heel rai­se“). Dann trai­nierst du neben dem Gleich­ge­wicht auch gleich noch die Fuß- und Waden­mus­keln. Da das schon ein etwas schwie­ri­ge­re Übung ist, musst du dich (zumin­dest am Anfang) mit dem ande­ren Bein abstützen.

Gute Übun­gen, kom­bi­niert mit Tan­go-Tech­nik, gibt es hier und – eher für Frau­en – hier. Emp­feh­lens­wert ist auch zum Bei­spiel das Super Simp­le 6‑Minute Balan­ce Work­out. Wie man beim Zäh­ne­put­zen Gleich­ge­wicht und Koor­di­na­ti­on trai­nie­ren kann, beschrei­be ich in die­sem Bei­trag.

Wenn du Übun­gen zu Musik machst, soll­test du sie (vor allem als Mann) pas­send zur musi­ka­li­schen Phra­se machen:

Sobald man die Augen schließt, wird es deut­lich schwie­ri­ger das Gleich­ge­wicht zu hal­ten, des­halb soll­te (zumin­dest am Anfang) immer ein Tisch, eine Wand etc. zum Fest­hal­ten in der Nähe sein. Ent­spre­chen­de Übun­gen gibt es hier.

Ohne gestre­cke Bei­ne kann man nicht ele­gant tan­zen. Des­we­gen soll­test du immer wie­der die sog. „Pro­jek­ti­on“ üben:

Koordination

Zu die­sem The­ma gibt es eine eige­ne Sei­te.

Füße

Vor allem Frau­en brau­chen star­ke Füße, um nicht schon nach 90 Minu­ten Schmer­zen zu bekom­men. Auf You­Tube fin­dest du vie­le Vide­os mit Übun­gen, wie 7 Übun­gen für star­ke Füße und die 7min Rou­ti­ne für star­ke Füße. Um Stär­kung und Ent­span­nung der Füße geht es hier und bei der Dai­ly Foot Health Rou­ti­ne for Tan­go Dancers.

Vie­le Frau­en lei­den unter Hal­lux Val­gus. Wie er ent­steht, wird humor­voll und anschau­lich in die­sem Bei­trag beschrie­ben und was du dage­gen tun kannst, wird hier erklärt. Wenn du beim Tan­zen immer wie­der Schmer­zen hast, soll­test du das Mär­chen vom Tan­go­schuh lesen.

Beine

Män­ner und Frau­en brau­chen kräf­ti­ge Bei­ne, um unbe­schwert meh­re­re Stun­den lang tan­zen zu kön­nen. Klas­si­sche Übun­gen zur Kräf­ti­gung der Bein­mus­ku­la­tur (und gleich­zei­ti­gen Mobi­li­sie­rung der Hüf­te) sind mög­lichst tie­fe Knie­beu­gen (squats), Aus­fall­schrit­te (lun­ges) und der Hor­se Stance.

Hüften

Um sich flie­ßend und ele­gant bewe­gen zu kön­nen, braucht man beweg­li­che Hüf­ten. Auf­grund jahr­zehn­te­lan­gen Sit­zens und eines bewe­gungs­ar­men Lebens­stils sind die meis­ten Män­ner im Wort­sinn „hüft­steif“ und müss­ten unbe­dingt etwas für die Beweg­lich­keit ihrer Hüf­ten machen.

Rotation des Oberkörpers

Die „Dis­so­zia­ti­on“, also die Ver­dre­hung des Ober­kör­pers gegen­über dem Unter­kör­per, ist eines der cha­rak­te­ris­ti­schen Bewe­gungs­merk­ma­le des Tan­gos. Ohne sie kann die Frau z.B. bei Ochos nicht mit dem Ober­kör­per „beim Mann blei­ben“ und der Mann z.B. kein Kreuz füh­ren. Frau­en sind oft durch jah­re­lan­ges Yoga oder Pila­tes meist recht beweg­lich, wäh­rend vie­le Män­ner im Ober­kör­per unbe­weg­lich sind. Hier eine ein­fa­che Übung zur Ver­bes­se­rung der Rota­ti­on. Statt die Arme in Tanz­hal­tung zu hal­ten, kann man sie auch vor der Brust hal­ten (als ob man einen gro­ßen Ball hal­ten wür­de). Das Gan­ze auf einem Bein zu machen, ist bereits fort­ge­schrit­ten und erfor­dert bzw. för­dert gutes Gleich­ge­wicht. Ein­fa­cher wird die Übung, wenn man erst­mal auf bei­den Füßen steht. Spe­zi­ell für Frau­en ist die­ses Video geeig­net. Die stän­di­ge Ver­dre­hung des Ober­kör­pers kann aller­dings zu Rücken­schmer­zen füh­ren bzw. die­se ver­stär­ken. Um die­se zu ver­mei­den, soll­te man sei­ne Rumpf­mus­ku­la­tur trai­nie­ren.

Haltung

„Para bailar bien el tan­go, hay que saber par­ar­se der­echo.“ (Um gut Tan­go zu tan­zen, muss man gera­de ste­hen kön­nen.) / „Esta buscan­do mone­das.“ (‚Er sucht Mün­zen.‘ = Män­ner, die mit run­dem Rücken stän­dig nach unten schauen.)

Vor allem Män­ner schlur­fen häu­fig mit hän­gen­den Schul­tern und Rund­rü­cken durch die Gegend. Tipps für eine gute Hal­tung fin­dest du in Pimp dein Gestell ganz schnell. Hier fünf ganz ein­fa­che Übun­gen für den Rücken all­ge­mein und ein­fa­che Übun­gen gegen den Buckel.

Wie Frau­en eine „effec­ti­ve tan­go pos­tu­re“ errei­chen, wird in die­sem Video erklärt.

Auch beim Qigong geht es um gute Hal­tung, Gleich­ge­wicht, Beweg­lich­keit und Koor­di­na­ti­on, wie zum Bei­spiel beim Mor­ning Stret­ching. Alter­na­tiv kannst du das Ganz­kör­per-Auf­wärm­trai­ning im Ste­hen machen.