Die meis­ten Tän­ze­rIn­nen wür­den bes­ser tan­zen (bzw. schnel­ler ler­nen), wenn sie ihre all­ge­mei­nen Fit­ness trai­nie­ren würden.

Gleichgewicht

Vor allem Frau­en brau­chen (z.B. für Ochos) ein gutes Gleich­ge­wicht. Doch auch Män­ner soll­ten regel­mä­ßig ihre Balan­ce trai­nie­ren, um die Frau mit ihren eige­nen Bewe­gun­gen nicht aus der Ach­se zu bringen. 

Die nahe­lie­gen­de Übung ist natür­lich mög­lichst oft auf einem Bein zu ste­hen, z.B. beim War­ten an der Kas­se im Super­markt, beim War­ten auf Bus / U‑Bahn / Zug etc. Fan­ge gleich mor­gen damit an und mache es dir zur Gewohn­heit War­te­zei­ten auf die­se Art zu nut­zen. Du kannst die Übung schwie­ri­ger machen, indem du das Stand­bein stär­ker beugst. Dann trai­nierst du zusätz­lich noch Bein- und Hüftmuskeln. 

Alter­na­tiv kannst du dein Gewicht auf den Bal­len ver­la­gern, indem du die Fer­se anhebst („heel rai­se“). Dann trai­nierst du neben dem Gleich­ge­wicht auch gleich noch die Fuß- und Waden­mus­keln. Da das schon ein etwas schwie­ri­ge­re Übung ist, musst du dich (zumin­dest am Anfang) mit dem ande­ren Bein abstützen.

Eine Varia­ti­on ist der sog. „Tan­dem­stand“, bei dem die Füße vor­ein­an­der in einer Linie ste­hen, dabei soll die Fer­se des vor­de­ren Fußes die Zehen des hin­te­ren berüh­ren. Mit offe­nen Augen ist es noch nicht so schwer, mit geschlos­se­nen ist ruhi­ges Ste­hen schon eine Herausforderung. 

Gute Gleich­ge­wichts-Übun­gen gibt es hier und – eher für Frau­en – hier. Wie man beim Zäh­ne­put­zen Gleich­ge­wicht und Koor­di­na­ti­on trai­nie­ren kann, beschrei­be ich in die­sem Bei­trag.

Wenn du Übun­gen zu Musik machst, soll­test du sie (vor allem als Mann) pas­send zur musi­ka­li­schen Phra­se machen:

Sobald man die Augen schließt, wird es deut­lich schwie­ri­ger das Gleich­ge­wicht zu hal­ten, des­halb soll­te (zumin­dest am Anfang) immer ein Tisch, eine Wand etc. zum Fest­hal­ten in der Nähe sein. Ent­spre­chen­de Übun­gen gibt es hier.

Ohne gestre­cke Bei­ne kann man nicht ele­gant tan­zen. Des­we­gen soll­test du immer wie­der die sog. „Pro­jek­ti­on“ üben:

Koordination

Zu die­sem The­ma gibt es eine eige­ne Sei­te.

Füße

Vor allem Frau­en brau­chen star­ke Füße, um nicht schon nach 90 Minu­ten Schmer­zen zu bekom­men. Auf You­Tube fin­dest du vie­le Vide­os mit Übun­gen, wie 7 Übun­gen für star­ke Füße und die 7min Rou­ti­ne für star­ke Füße. Um Stär­kung und Ent­span­nung der Füße geht es bei der Dai­ly Foot Health Rou­ti­ne for Tan­go Dancers.

Vie­le Frau­en lei­den unter Hal­lux Val­gus. Wie er ent­steht, wird humor­voll und anschau­lich in die­sem Bei­trag beschrie­ben und was du dage­gen tun kannst, wird hier erklärt. Wenn du beim Tan­zen immer wie­der Schmer­zen hast, soll­test du das Mär­chen vom Tan­go­schuh lesen.

Beine

Män­ner und Frau­en brau­chen kräf­ti­ge Bei­ne, um unbe­schwert meh­re­re Stun­den lang tan­zen zu kön­nen. Klas­si­sche Übun­gen zur Kräf­ti­gung der Bein­mus­ku­la­tur (und gleich­zei­ti­gen Mobi­li­sie­rung der Hüf­te) sind mög­lichst tie­fe Knie­beu­gen (squats), Aus­fall­schrit­te (lun­ges) und der Hor­se Stance.

Hüften

Um sich flie­ßend und ele­gant bewe­gen zu kön­nen, braucht man beweg­li­che Hüf­ten. Auf­grund jahr­zehn­te­lan­gen Sit­zens und eines bewe­gungs­ar­men Lebens­stils sind die meis­ten Män­ner im Wort­sinn „hüft­steif“ und müss­ten unbe­dingt etwas für die Beweg­lich­keit ihrer Hüf­ten machen.

„Core“

Die Core-Mus­ku­la­tur umfasst das gesam­te Kör­per­zen­trum, also vor­de­re und seitliche/schräge Bauch­mus­keln, unte­rer Rücken, Hüf­ten und Beckenboden:

Nur aus einer sta­bi­len Kör­per­mit­te her­aus, kann man sich kon­trol­liert und gleich­zei­tig locker bewe­gen. Vor allem Frau­en brau­chen einen sta­bi­len unte­ren Rücken, um den Ober­kör­per bei der „Dis­so­zia­ti­on“ in der Brust- und nicht in der Len­den­wir­bel­säu­le zu dre­hen. Auf­grund einer zu engen Tanz­hal­tung kip­pen vie­le Frau­en dar­über­hin­aus oft das Becken nach vor­ne, um „unten“ mehr Platz zu haben. Dabei gera­ten sie ins Hohl­kreuz, was über län­ge­re Zeit eine erheb­li­che Kom­pres­si­on der LWS Band­schei­ben ver­ur­sacht. Zusam­men mit oft viel zu hohen Absät­zen, gerät die gan­ze Sta­tik der Wir­bel­säu­le durch­ein­an­der, Schmer­zen sind vor­pro­gram­miert. Umso wich­ti­ger ist ein kon­se­quen­tes Trai­ning der Core-Mus­ku­la­tur.

Haltung

„Para bailar bien el tan­go, hay que saber par­ar­se der­echo.“ (Um gut Tan­go zu tan­zen, muss man gera­de ste­hen kön­nen.)

Vor allem Män­ner schlur­fen häu­fig mit hän­gen­den Schul­tern und Rund­rü­cken durch die Gegend: 

Vor­aus­set­zung für eine gute Hal­tung ist wie­der (s. oben) eine sta­bi­le Core-Mus­ku­la­tur. Dar­über­hin­aus geht es vor allem um die Deh­nung der Brust- und Kräf­ti­gung der obe­ren Rücken­mus­keln.