Modernen Tango lernen & tanzen

Musikalisch tanzen: Tempi

Pri­me­ro la musi­ca con su com­pas y melo­dia, segun­do el sen­ti­mi­en­to, ter­ce­ro la ele­gan­cia, por ulti­mo las figu­ras. Asì se bai­la el Tango!

Zuerst die Musik mit ihrem Rhyth­mus und ihrer Melo­die, als zwei­tes das Gefühl, als drit­tes die Ele­ganz, als letz­tes die Figu­ren. So tanzt man Tan­go!

Car­los Gavito

In die­sem Bei­trag erklä­re ich die drei Tem­pi, in denen man Tan­go tan­zen kann. Alles Fol­gen­de gilt aus­chließ­lich für „nor­ma­le“ Tan­go-Musik mit einem kla­ren, (weit­ge­hend) gleich blei­ben­den Rhyth­mus und einer (halb­wegs) regel­mä­ßi­gen Phra­sen­struk­tur (also NICHT für Troi­lo, Puglie­se, Piaz­zolla etc). Alle Titel gibt es natür­lich auch auf You­Tube. In einem ande­rem Bei­trag beschäf­ti­ge ich mich mit (musi­ka­li­schen) Phra­sen.

Der Begriff „musi­ka­lisch tan­zen“ ist natür­lich eigent­lich unsin­nig, denn er impli­ziert, dass man ja auch „UNmu­si­ka­lisch“ tan­zen könn­te. Das ist zwar im Tan­go sehr oft der Fall, aber dann ist es für mich kein „Tan­zen“ zur Musik, son­dern ledig­lich „Bewe­gung“ mit (Hin­ter­grund-) Musik.

Tan­go es compás.“ (Tan­go ist Rhythmus.)

„Musi­ka­lisch“ zu tan­zen bedeu­tet in ers­ter Linie die beton­ten Takt­schlä­ge (auch „Puls“, „Grund­schlag“ bzw. compás genannt) zu erken­nen und mit ein­fa­chen rhyth­mi­schen Varia­tio­nen in Bewe­gung (vor allem Gehen) umzu­set­zen. Das „Ver­tan­zen“ einer Melo­die ist viel schwie­ri­ger und gelingt nur Tän­zern mit gutem bzw. trai­nier­tem Gehör und viel Erfah­rung, weil man die Stü­cke bereits gut ken­nen muss.

Für das Fol­gen­de brauchst du ein Grund­ver­ständ­nis der wich­tigs­ten Noten­wer­te. Für den Anfang genü­gen gan­ze, hal­be und Viertelnoten.

Normales Tempo

Wenn wir im „nor­ma­len“ Tem­po gehen, tan­zen wir „hal­be“ Noten, d.h. ein Schritt „dau­ert“ zwei Takt­schlä­ge (= ein hal­ber Takt). Im fol­gen­den Stück hört man gut, dass die unge­ra­den Takt­schlä­ge (also 1, 3, 5 und 7) betont sind:

Ent­spre­chend set­zen wir unse­re Schrit­te auf die­se beton­ten Takt­schlä­ge (strong beats). Mit fol­gen­der Ein­stel­lung kannst du nor­ma­les Gehen mit Hil­fe des Metro­no­me Online üben:

Falls du noch zusätz­lich die gera­den / unbe­ton­ten Takt­schlä­ge (weak beats) haben möch­test, klickst du jeweils ein­mal in das zwei­te und vier­te Feld. Wenn dir die 120 BPM (beats per minu­te) noch zu schnell sind, redu­zierst du ent­spre­chend das Tempo.

Wenn dich der Sound o.a. Metro­noms nervt, kannst du statt­des­sen die­ses ver­wen­den. Es bie­tet aller­dings kei­ne unter­schied­lich star­ken Beto­nun­gen (accents), son­dern nur gleich­ar­ti­ge Taktschläge. 

Hier hörst du nor­ma­les Tem­po erst mit Metro­nom und danach mit Musik: 

Wie Gehen mit Metro­nom aus­sieht, siehst du in die­sem Video und mit Musik in die­sem.

Langsames und schnelles Tempo

Wenn wir „lang­sam“ bzw. im „hal­ben“ Tem­po (half time, medio tiem­po) gehen, set­zen wir unse­re Schrit­te nur auf die 1 und die 5, ein Schritt „dau­ert“ also vier Takt­schlä­ge (= gan­zer Takt bzw. eine „gan­ze“ Note). Um „lang­sam“ zu gehen, wählst du fol­gen­de Einstellung:

Hier hörst du lang­sa­mes Tem­po erst mit Metro­nom und danach mit Musik: 

Wenn wir „schnell“ bzw. im „dop­pel­ten“ Tem­po gehen (dou­ble time, doble tiem­po), tan­zen wir „Viertel“-Noten. Um „schnell“ zu tan­zen, müs­sen ent­spre­chend alle vier Fel­der gleich „betont“ sein. 

Vie­le Mög­lich­kei­ten dein Rhyth­mus­ge­fühl zu ver­bes­sern fin­dest du in die­sem Bei­trag.

Typische Kombinationen

Rhythmussprache

Bei der sog. „Rhyth­mus­spra­che“ reprä­sen­tie­ren Sil­ben Takt­schlä­ge. Man kann ver­schie­de­ne Sil­ben neh­men, ich neh­me für die Vier­tel-Note DA, für die hal­be DA‑O und für die gan­ze DA-O-A‑O. So hört sich das Gan­ze an:

Pro­bier es ein­fach mal aus. Die einen fin­den es hilf­reich und die ande­ren bescheuert. 😉

Tempo und Dynamik variieren

Auf fort­ge­schrit­te­nem Niveau ler­nen wir unse­re Schrit­te und Figu­ren dem Tem­po und Cha­rak­ter der Musik anzu­pas­sen. Durch Ver­dop­pe­lun­gen kön­nen wir Schrit­te bzw. Figu­ren beschleu­ni­gen bzw. durch hal­bes Tem­po und Pau­sen ver­lang­sa­men. Wir tan­zen z.B. das Sand­wich zunächst zu „nor­ma­ler“ Tan­go-Musik, danach zu einem Vals, dann zu lang­sa­mer Musik und am Ende zu einer flot­ten Milon­ga. Und jedes Mal ver­su­chen wir, die Eigen­ar­ten der Musik (z.B. das Flie­ßen­de eines Vals oder das Stac­ca­to eines d’A­ri­en­zo Tan­gos) pas­send zu „ver­tan­zen“.

„Die Musik tanzen“

Die anspruchs­volls­te Art „musi­ka­lisch“ zu tan­zen, ist das zu tan­zen, was die Musik „vor­gibt“ bzw. „vor­schlägt“. Dafür braucht man ein gutes Gehör und jah­re­lan­ge Übung. 

Am ein­fachs­ten ist es noch bei Pau­sen. Aller­dings muss man die Stü­cke öfter gehört bzw. getanzt haben, um Pau­sen anti­zi­pie­ren zu kön­nen. Wenn man z.B. das fol­gen­de Stück nicht gut kennt, wird man mit gro­ßer Wahr­schein­lich­keit in die Pau­se (bei 1:25) reinstolpern:

Mit etwas Übung kann man auch ler­nen, melo­di­sche (= lega­to) und rhyth­mi­sche (= stac­ca­to) Pas­sa­gen her­aus­zu­hö­ren und sei­nen Tanz (z.B. das Gehen) ent­spre­chend anzu­pas­sen. Gut hört man den Unter­schied beim fol­gen­den Stück:

Ein schö­nes Bei­spiel gibt es in die­sem Video.

Deut­lich anspruchs­vol­ler ist es, zum Bei­spiel Ver­dop­pe­lun­gen (bzw. hal­bes Tem­po) spon­tan zu tan­zen, weil die Musik das „vor­schlägt“. Wie das aus­se­hen kann, wird in die­sem Video erklärt.

Vie­le Bei­spie­le von per­fek­tem musi­ka­li­schem Tan­zen fin­det man bei Dario Moffa und den meis­ten Pro­fi-Auf­trit­ten (wie hier).

Am Bei­spiel von „Tig­re Vie­jo“ wird in die­sem Video gezeigt, wie man zu ein­zel­nen Instru­men­ten tan­zen kann.

Um dei­ne Musi­ka­li­tät zu ver­bes­sern, soll­test du so oft wie mög­lich dei­ne Lieb­lings-Tan­gos (bzw. Val­ses / Milon­gas) zuhau­se spie­len und dazu impro­vi­sie­ren. Hier ein Bei­spiel, wie so etwas in Per­fek­ti­on aussieht.

Falls du dich inten­si­ver mit dem The­ma beschäf­ti­gen möch­test, emp­feh­le ich dir das her­vor­ra­gen­de Buch Tan­go: Zur Musik tan­zen!.

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  1. Tanguera

    Die­ser Arti­kel soll­te Pflicht­lek­tü­re sein für alle, die Tan­go tan­zen. Ich bin Musi­ke­rin und ver­zwei­fe­le regel­mä­ßig an dem völ­lig unmu­si­ka­li­schen „Getan­ze“ der meis­ten Män­ner auf Milongas.

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