Modernen Tango lernen & tanzen

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Aktualismus

Aktu­el­le Tex­te gel­ten gemein­hin als Syn­onym für guten und inter­es­san­ten Unter­richt. Im Fol­gen­den möch­te ich mal ein biss­chen an die­sem Mythos kratzen.

Ausgeblendete Musterlösung mit Word

Wenn ich von Kol­le­gen (Ober­stu­fen-) Klau­su­ren bekom­me, sind das oft drei Datei­en: Text, Arbeits­blatt und Mus­ter­lö­sung – alles als eige­ne Datei. Die­ses Ver­fah­ren fin­de ich ziem­lich unprak­tisch. Zum Einen erhöht es die Zahl der Datei­en erheb­lich, zum Ande­ren wird das Über­ar­bei­ten durch den stän­di­gen Wech­sel zwi­schen ver­schie­de­nen Datei­en sehr müh­sam. Als ers­tes kopie­re ich die­se ver­schie­de­nen Tei­le des­halb immer erst­mal in EINE Datei.

Deut­lich bes­ser ist es schon mal, die Mus­ter­lö­sung am Ende der Klau­sur anzu­fü­gen. Mit dem Befehl Fens­ter > Fens­ter tei­len kann man dann ggf. im obe­ren Fens­ter eine Fra­ge und im unte­ren Fens­ter die dazu­ge­hö­ri­ge Mus­ter­lö­sung bear­bei­ten. Der stän­di­ge Wech­sel zwi­schen den Fens­tern, ver­bun­den mit ner­vi­gen Rum­scrol­len, ist aber auch nicht wirk­lich komfortabel.

Save Ye Copies

Leh­rer-Per­spek­ti­ve: Hast du an der Schu­le auch ein begrenz­tes Kon­tin­gent an Kopien? Und ist die­ses Kon­tin­gent bei dir auch immer Ende Mai schon erschöpft und du bezahlst die rest­li­chen Kopien aus eige­ner Tasche? Falls ja, wird es Zeit dar­über nach­zu­den­ken, wie du Kopien spa­ren kannst.

Puns

… mache ich ger­ne als warm-up am Anfang der Stun­de oder (falls noch ein paar Minu­ten übrig sind) am Stun­den­en­de. Um die ver­schie­de­nen Bedeu­tun­gen zu erklä­ren wech­seln wir ins Deut­sche. Gute Wort­spie­le von Schü­lern wer­den natür­lich immer mit einem MO hono­riert. Hier ein paar mei­ner favou­ri­tes:

Ever Note Ideas

Fach­zeit­schrif­ten, Tipps bzw. Blogs von Kol­le­gen und die (kos­ten­lo­se) Mai­ling-Lis­te Enpaed sind ein ste­tig spru­deln­der Quell von Unter­richts­ideen und ‑anre­gun­gen, inter­es­san­ten Links und guten Mate­ria­li­en. Das Pro­blem ist nur: Wie „ver­ar­bei­tet“ man all die­se Anre­gun­gen, Emp­feh­lun­gen und Ideen? Mir ist es in der Ver­gan­gen­heit immer wie­der pas­siert, dass ich mich geär­gert habe, dass ich erst NACH Abschluss eines The­mas zufäl­lig eine gute Web­site, eine schö­ne Kurz­ge­schich­te, ein pas­sen­des Gedicht oder einen geeig­ne­ten Song (wie­der-) ent­deckt habe.

As Far As Is Appropriate

In Ober­stu­fen-Schul­auf­ga­ben von Kol­le­gen sehe ich bei den Anwei­sun­gen zu den Ques­ti­ons on the Text immer wie­der „Do not copy from the text“ bzw. „Do not quo­te from the text“. Eine War­nung im Sin­ne von „Pass auf, dass du nicht zuviel zitierst“ wäre ja in Ord­nung, aber ein rigi­des Ver­bot im Sin­ne von „Jedes Zitat ist schlecht“ ist m.E. Unfug (aller­dings ist Zitie­ren in eini­gen Bun­des­län­dern grund­sätz­lich verboten). 

OCR

Da hat man nach müh­sa­mer Suche­rei end­lich einen geeig­ne­ten Text für eine Schul­auf­ga­be gefun­den – nur ist er lei­der zu lang und man hat ihn nur auf Papier. Nun hat man drei Möglichkeiten: 

Vokabelheft und Lernkartei

Wäh­rend das tra­di­tio­nel­le Voka­bel­heft zumin­dest in der Fach­li­te­ra­tur auf­grund sei­ner lern­psy­cho­lo­gi­schen Nach­tei­le inzwi­schen weit­ge­hend abge­lehnt wird, wird das Wort­schatz­ler­nen mit der Lern­kar­tei noch immer als sinn­vol­le Alter­na­ti­ve emp­foh­len. Auf­grund jah­re­lan­ger Erfah­rung als Leh­rer (und Vater von drei Kin­dern) bin ich der Mei­nung, dass die angeb­li­chen Vor­tei­le der Lern­kar­tei einer kri­ti­schen Über­prü­fung in den meis­ten Fäl­len nicht standhalten.

Lob der Disziplin

… ist der Titel einer „Streit­schrift“ von Bern­hard Bueb, dem lang­jäh­ri­gen Lei­ter der Inter­nats­schu­le Schloss Salem. Um es mal von Anfang an klar zu machen: Mit den Grund­the­sen sei­nes Buches stim­me ich völ­lig über­ein. Das hier wird also ein „reak­tio­nä­rer“ Bei­trag, denn ich den­ke wir Leh­rer müs­sen auf die zuneh­men­den Dis­zi­plin­lo­sig­kei­ten unse­rer Schü­ler ange­mes­sen reagieren.

Muttersprache als Sprachmutter

… ist der Titel eines Auf­sat­zes von Prof. Wolf­gang Butz­kamm, in dem er eine Wen­de in der Fremd­spra­chen­di­dak­tik for­dert. Noch immer wird die deut­sche Spra­che beim Erler­nen einer Fremd­spra­che als läs­ti­ges Übel (z.B. bei der Einführung/Besprechung von Gram­ma­tik) ange­se­hen. Man spricht zwar von „auf­ge­klär­ter“ Ein­spra­chig­keit, aber im Grun­de gilt ein­spra­chi­ger Unter­richt wei­ter­hin als ide­al. Refe­ren­da­re ler­nen immer noch, dass ein Wech­sel ins Deut­sche z.B. wegen des „Wech­sels der Arti­ku­la­ti­ons­ba­sis“ schlecht und des­halb auf das abso­lut nöti­ge Min­dest­maß zu beschrän­ken sei.

Butz­kamm stellt die­sen über­hol­ten Vor­stel­lun­gen eine ganz neue Didak­tik gegen­über, die er in zwölf The­sen zusammenfasst:

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