Der Text von Dr. Reinhold Wandel über die Korrekturwut deutscher Studienräte ist ein „Klassiker“, den man einfach kennen sollte:
Kategorie: Allgemein Seite 94 von 102
… ist oft das Motto von Schülern, wenn es um die Beantwortung von Fragen geht. Eine Frage, die sich in vier Sätzen beantworten lässt, wird in epischer Breite ausgewalzt, ggf. wird noch Hintergrundwissen eingebaut, vielleicht auch noch ein Verweis auf etwas was man vor kurzem im Unterricht besprochen hat – manchmal bekommt man für eine Popelfrage über eine Seite Text, durch den man sich durchwühlen muss.
Was mich immer wieder verblüfft bzw. ganz erheblich nervt ist, dass bei den verschiedenen Musterlösungen zu Questions on the text mit denen ich zu tun habe (in Lehrerhandreichungen, Schulaufgaben von Kollegen, Abitur „Korrektur-Hinweisen“ vom Ministerium etc.) nur sehr selten Zeilenangaben zu finden sind. Meistens werden gerade mal wörtliche Zitate mit Zeilenangaben „belegt“, bei allem anderen darf man oft rätseln, wie der Verfasser zu seinen Aussagen und Behauptungen kommt.
Kürzlich hat Sohnemann in einer Stegreifaufgabe [Für Nicht-Bayern: ein nicht angekündigter, max. 20-minütiger schriftlicher Test] einen Satz total vermurkst und dafür drei Fehler kassiert. Sein Nachbar hatte vorsichtshalber gar nichts geschrieben und dafür lediglich zwei Fehler bekommen. Wie so oft fehlte genau dieser eine Punkt zur nächst besseren Note. Er protestierte und die Note musste geändert werden. Aus Sicht des Lehrers blöd gelaufen, aber durchaus vermeidbar.
… ist ein „portmanteau“ aus „digital“ und „distraction“. Dieses Wort gibt es (noch) gar nicht, ich habe es erfunden, weil es m.E. noch kein gutes Wort für das enorme Ablenkungspotenzial digitaler Medien gibt.
… ist ein guter online Grammatik-Test in drei Schwierigkeitsstufen (basic, intermediate, advanced) mit jeweils 100 Fragen.
… ist eine gut gemachte Übung zu „movie vocabulary“:
Eine der ewigen Fragen der Pädagogik: Darf ich — oder MUSS ich sogar vielleicht — die mir anvertrauten Schüler aufgrund meiner jahrhundertelangen Erfahrung und fortgeschrittenen Altersweisheit zu ihrem Glück zwingen? Darf ich ihr „autonomes“ Nein ignorieren, weil ich z.B. davon überzeugt bin, dass es nur auf einer Mischung aus Unwissenheit und Faulheit besteht?
Vor kurzem ging es bei EnPaed um das Thema „Kopien sparen“. Bernd Schwarz schrieb folgenden interessanten Beitrag:
Sabine Hurst schreibt: „War für meine Mittelstufenklasse gedacht, doch die 13er haben es so kurz vor dem Abitur mit Begeisterung gespielt — zwecks Nervenberuhigung.“
Easter Taboo (doc)