… ist der Titel eines phantastischen Textes meiner LK-Schülerin Evelyn Reiter. Ausgangspunkt für diese creative writing Aufgabe war ein Beitrag im SZ-Magazin (zip), in dem Photos von Gegenständen gezeigt wurden, die alle an einem Tag in der Londoner U‑Bahn liegengeblieben sind. Darunter sind herrlich bizarre Sachen wie ein Gebiss, ein Megaphon, eine Gießkanne, eine Gummischlange und ein Opernglas (engl. lorgnette). Die Schüler sollten sich nun irgendeinen Gegenstand wählen und dazu eine Geschichte schreiben. Im Laufe meiner Unterrichtstätigkeit habe ich zwar schon viele sehr gute und sogar hervorragende Geschichten bekommen, aber eine GEREIMTE Geschichte ist ein echtes Novum.
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Neulich in einer dieser endlosen, öden Stunden …
It appeared inside our classroom
at a quarter after ten,
it gobbled up the blackboard,
three erasers and a pen.
It gobbled teacher’s apple
and it bopped her with the core.
“How dare you!” she responded.
“You must leave us … there’s the door.”
Das folgende Gedicht stammt von Carmen Baumgart, einer früheren LK-Schülerin von mir. Es entstand im Rahmen einer Unterrichtseinheit Lyrik, in deren Verlauf die wichtigsten Stilmittel besprochen und anhand von Beispielen (u.a. Shakespeare’s Sonetten) geübt worden waren. Die Hausaufgabe lautete: „Write an old-fashioned love letter with a lot of similes and metaphors.“ Obwohl eigentlich nur ein Prosatext verlangt war, versuchte sich Carmen an einem „klassischen“ Liebesgedicht. Als Zeichen der Anerkennung habe ich ihr Gedicht in Hinblick auf die Funktionalisierung der Stilmittel in einem Beitrag für die Schülerzeitung analysiert.
Robert Gernhardt
Materialien zu einer Kritik der bekanntesten Gedichtform italienischen Ursprungs
Sonette find’ ich sowas von beschissen,
so eng, rigide, irgendwie nicht gut;
… ist ein wunderbar lakonisches Gedicht von Dorothy Parker zum Thema „ewige Liebe“:
Aus „The Passing of the Year“ von Robert W. Service:
Old Year! upon the Stage of Time
You stand to bow your last adieu;
A moment, and the prompter’s chime
Will ring the curtain down on you.
Your mien is sad, your step is slow;
You falter as a Sage in pain;
Yet turn, Old Year, before you go,
And face your audience again.
Das vollständige Gedicht und weitere Poems for the New Year.
Ein schönes Haiku von Kobayashi Issa:
New Year’s Day –
everything is in blossom!
I feel about average.
Und falls du schon immer mal wissen wolltest, welche Suppe James serviert …
Ich wünsche allen Lesern und Leserinnen Glück und Gesundheit fürs neue Jahr. Falls du Kollege/Kollegin bist, wünsche ich dir viel Kraft für deinen anstrengenden Job und (wenigstens ab und zu) Freude an der Arbeit.
„Heigh Ho The Holly“ by William Shakespeare
Im Rahmen eines Lyrikanalyse-Seminars, das ich vor kurzem an der Uni München besucht habe, haben wir uns u.A. auch mit Shakespeares berühmten Sonnet 66 beschäftigt:
Vor ein paar Jahren hatte ich in meinem LK einen visuell sehr begabten Schüler, der nach der Schule dann auch auf die Münchner Filmhochschule gegangen ist. Im Rahmen einer Einheit zu Filmanalyse hatten wir uns vor allem mit Filmmontage beschäftigt, u.a. mit Ausschnitten aus Sergej Eisensteins Panzerkreuzer Potemkin und Orson Welles‘ Citizen Kane. Das Hauptaugenmerk lag deshalb auf Schnitt- bzw. Überblendetechnik. Freiwillig schrieb dieser Schüler ein kleines Drehbuch zu Shakespeares Sonnet 73.
