Jochen Lüders

Modernen Tango lernen & tanzen

Lektüre

Ich bin immer wie­der ver­blüfft, wel­che Bücher mei­ne Kol­le­gen in ihrem Unter­richt behan­deln. Stän­dig kom­men in EnPaed Anfra­gen der Art: „Wer kennt das Buch XY und hat dazu viel­leicht irgend­wel­che Mate­ria­li­en?“ Um nicht miss­ver­stan­den zu wer­den: Natür­lich ist es eine wun­der­ba­re Sache immer wie­der neue Bücher zusam­men mit Schü­lern zu ent­de­cken und sich dar­über aus­zu­tau­schen. Wer genü­gend Zeit hat und wem es Spaß macht, stän­dig neue Sachen aus­zu­pro­bie­ren, soll das natür­lich ger­ne machen dürfen.

Schweigender Austausch

Jetzt hat­ten wir eine Woche lang einen 15-jäh­ri­gen fran­zö­si­schen Aus­tausch­schü­ler zu Gast – es war entsetzlich. 

Doppel-Moppeln

Gehörst du auch zu den Leu­ten, die bei der Kor­rek­tur von Steg­reif­auf­ga­ben (= kur­zen Voka­bel­tests) bzw. von Wort­schatz- und Gram­ma­tik­auf­ga­ben in Schul­auf­ga­ben erst den eigentli­chen Feh­ler mar­kieren und ZUSÄTZLICH am Rand noch mal ein ent­spre­chen­des Sym­bol (z.B. waa­ge­rech­ten Strich für hal­ben und senk­rech­ten für einen gan­zen Feh­ler) hin­pin­seln? Wozu die­se Ver­dop­pe­lung? Weil es alle ande­ren auch so machen? Weil du es im Refe­ren­da­ri­at so gelernt hast? Man lernt im Refe­ren­da­ri­at ja eine Men­ge, nur lei­der fast nie, wie man ÖKONOMISCH arbeitet.

Autonomes Lernen

Vor kur­zem habe ich ver­sucht eine jun­ge Kol­le­gin zu trös­ten. Sie hat­te mit einem Gram­ma­tik-Lern­zir­kel völ­li­gen Schiff­bruch erlit­ten. Sie hat­te sich eine wahn­sin­ni­ge Arbeit gemacht und stun­den­lang kopiert, geschnip­pelt, geklebt, beschrif­tet und lami­niert. Sie hat­te sich extra eine Kis­te besorgt um die gan­zen Mate­ria­li­en trans­por­tie­ren zu kön­nen. Sie hat­te eine genaue Anlei­tung gege­ben, wie das Gan­ze ablau­fen soll­te und hat­te den Schü­lern auch ihre päd­ago­gi­schen Inten­tio­nen – ganz im Sin­ne von Hil­bert Mey­ers „intel­li­gen­tem Üben“ – klargemacht.

Verkehrte Welt

Die fol­gen­de Glos­se erschien heu­te in der SZ (S. 16). Sie passt gut zu mei­nen Gedan­ken über Dis­zi­plin, Regeln und Stra­fen. (Dank an Peter Ring­ei­sen und Hans Loibl für den Text)

Ver­kehr­te Welt

Nor­ma­ler­wei­se geht das Kla­ge­lied so: Leh­rer beschwe­ren sich über man­geln­de Dis­zi­plin bei ihren Schü­lern, über Lärm und Respekt­lo­sig­keit, schlech­te Erzie­hung und feh­len­de Lern­lust. Eltern, heißt es in der Regel, wenn es um die „Schü­ler von heu­te“ geht, näh­men ihre Ver­ant­wor­tung nicht mehr aus­rei­chend wahr, dele­gier­ten ihre Pro­ble­me mit den Kin­dern kur­zer­hand an die Schu­le, die dann sehen müs­se, wie sie mit 34 schrei­en­den, zap­peln­den, demo­ti­vier­ten Schü­lern pro Klas­se zurechtkomme.

Haftnotizen

Da hat man end­lich das heißt ersehn­te Arbeits­blatt / den drin­gend benö­tig­ten Text / die seit lan­gem ver­spro­che­ne Schul­auf­ga­be im Fach lie­gen und dann – ich habe es geahnt – quer übers Papier „Gruß Wolf­gang“ oder „Für Jochen, viel Spaß, Sabi­ne“ oder sons­ti­ge, nett gemein­te Bemerkungen. 

Guter Unterricht

Die fol­gen­den „10 Merk­ma­le guten Unter­richts“ von Hil­bert Mey­er fin­de ich sehr nütz­lich um den eige­nen Unter­richt immer mal wie­der zu reflektieren:

Visit from St. Sigmund

Pas­send zur Jah­res­zeit mal etwas Besinn­li­ches von X.J. Kennedy:

Filmanalyse

Auf einer Web­site der Hein­rich-Hei­ne-Uni­ver­si­tät, Düs­sel­dorf fin­den sich aus­ge­zeich­ne­te Mate­ria­li­en zur Film­ana­ly­se. Neben einem (deut­schen) Glos­sar und Foli­en zur Ein­füh­rung in die Film­ana­ly­se, gibt es auch einen Foli­en­satz zur berühm­ten Ein­gangs­se­quenz von „Citi­zen Kane“.

Mate­ria­li­en zur Filmanalyse

Knapp die schlechtere Note

Vor eini­gen Tagen kam mal wie­der eins mei­ner Kin­der mit einer Arbeit nach Hau­se, bei der nur ein Punkt zur bes­se­ren Note gefehlt hat. Der feh­len­de Punkt (zusam­men mit eini­gen ande­ren Unge­reimt­hei­ten bzw. fal­schen Kor­rek­tu­ren) war – wie meis­tens – schnell gefun­den, die Note muss­te her­auf­ge­setzt wer­den. Das Gan­ze wäre nicht wei­ter blog­gen­s­wert, wenn es sich um einen Ein­zel­fall gehan­delt hät­te. Lei­der kommt aber stän­dig eins unse­rer Kin­der mit „knapp der schlech­te­ren Note“ nach Hau­se und ich fra­ge mich immer wie­der, war­um so vie­le Kol­le­gen so blöd sind.

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