Wenn ich einen Oberstufenkurs übernehme, ist am Anfang bei den Schülern, die mich nicht kennen und sich nicht über mich erkundigt haben, die Empörung meistens groß: Hausaufgaben werden kontrolliert und müssen überarbeitet werden, es gibt Nacharbeiten bei zu häufigem Vergessen von Hausaufgaben, Layout-Vorgaben – eine schier endlose Liste von Zumutungen.
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… finde ich schon mal deutlich besser, als sie ins Vokabelheft abschreiben zu lassen. Meiner Meinung nach reicht es die englischen Wörter schreiben zu lassen, wer sich davon einen Lerneffekt verspricht, kann ja zusätzlich auch die deutschen Bedeutungen schreiben lassen. Das Ganze natürlich in einer 2‑spaltigen TABELLE und nicht mit Leerzeichen bzw. (etwas besser) Tabulatoren.
Kaum etwas wirkt unprofessioneller als ein Lehrer, der seine Schüler fragen muss, ob er etwas eigentlich schon behandelt hat. Normalerweise sagen dann einige Ja und andere Nein, und man ist auch nicht schlauer als vorher. Noch schlimmer wird es, wenn man den Stoff fürs Kolloquium zusammenstellen will und nicht mehr weiß, ob man Text xy jetzt eigentlich behandelt hat oder nicht. Im folgenden Beitrag beschreibe ich, wie ich meinen Unterricht in der Oberstufe dokumentiere.
… tue ich nie, 33 Hefte sind mir schlichtweg zu schwer. In meinem Alter muss man auf seinen Rücken achten 😉
Zum einen funktioniert mit handgeschriebenen Hausaufgaben im Heft meine im letzten Beitrag beschriebene Revision-Methode nicht. Der Schüler müsste ALLES nochmal schreiben und das will ich ja gerade nicht. Er soll sich (Prinzip der Fokussierung) auf seine FEHLER konzentrieren und nicht stupide richtige Sachen abschreiben.
Im Folgenden beschreibe ich, wie ich längere Texte „analog“ (= auf Papier) korrigiere. Die digitale Korrekur von Aufsätzen beschreibe ich in diesem Beitrag.
Konventionelles Korrigieren von Hausaufgaben (vor allem Aufsätzen) ist meiner Meinung nach eine weitgehend sinnlose Tätigkeit. Vielleicht hast DU ja Schüler, die sich die korrigierte Hausaufgabe zu Hause sorgfältig anschauen und versuchen aus ihren Fehlern zu lernen – schön für dich. Die meisten meiner Schüler machen das NICHT.
Wenn du nicht weißt, was ein „MO“ ist, musst du erstmal diesen Beitrag lesen.
Meine Schüler*innen können ihre MO Bilanz verbessern, dann lösche ich entweder einen Eintrag auf meiner Liste oder sie bekommen ein MR (minor reward), das einem MO entspricht, „gutgeschrieben“. Zu Beginn des zweiten Halbjahrs gibt es ein neue Liste und alle fangen wieder bei Null an, im ersten Halbjahr gewonnene und nicht „verbrauchte“ MRs werden aber als Bonus ins zweite Halbjahr übertragen.
… ermöglichen es bei der Korrektur von Schulaufgaben/Klausuren – vor allem bei Questions on the Text – mit minimaler Schreibarbeit ein Maximum an Information rüberzubringen um damit die Korrektur/Bewertung transparent(er) zu machen.
… ist eine wunderbare Quelle für Zitate, Sprichwörter und Aphorismen. Hier ein paar Zitate über Zitate:
Vergessen deine Schüler auch ständig Bücher, Hausaufgaben, Handouts, Geld, Abschnitte etc.? Dauert es bei dir auch mitunter Wochen, bis du alle Klausuren / Schulaufgaben zurückbekommen hast? Dann jammer nicht länger rum, sondern UNTERNIMM etwas gegen diese nervige Schlamperei!
Die Namen meiner Schüler versuche ich so bald wie möglich auswendig lernen. „Hey, you, yes, you, with the red pullover“ macht sich (vor allem in Krisensituationen) immer schlecht. Ich finde es ist ein deutliches Zeichen von mangelndem Interesse bzw. Engagement, wenn ein Lehrer nach spätens drei Wochen die Namen seiner Schüler nicht kann.