Um Wie­der­ho­lun­gen (vor allem was die „Bedie­nung“ von Mebis angeht) zu ver­mei­den, set­ze ich vor­aus, dass du mei­nen Bei­trag über die Kor­rek­tur und Über­ar­bei­tung kur­zer Haus­auf­ga­ben gele­sen hast. Die fol­gen­de Metho­de basiert auf „nor­ma­len“ Text­ver­ar­bei­tungs­pro­gram­men und nicht z.B. „hand­schrift­li­che“ Kor­rek­tur auf Touch­screens. Die Pro­gramm­be­schrei­bun­gen bezie­hen sich im Fol­gen­den wie­der auf Libre­Of­fice Wri­ter 7.0. Ich beschrei­be immer den „lan­gen“ Weg über die Menü­zei­le, mit den ent­spre­chen­den Sym­bo­len (bzw. Tas­ten­kür­zeln) geht das Meis­te viel schnel­ler. Die ent­spre­chen­de „ana­lo­ge“ Kor­rek­tur von Auf­sät­zen (= auf Papier) beschrei­be ich in die­sem Bei­trag.

Neh­men wir als Bei­spiel den Beginn eines Auf­sat­zes / Com­po­si­ti­on zum The­ma „Should Mother’s Day be abolished?“

Korrekturen direkt im Text

Die ein­fachs­te (aber ästhe­tisch unbe­frie­di­gen­de) Metho­de ist direkt im Text zu kor­ri­gie­ren bzw. zu markieren:

Schon deut­lich bes­ser (und näher an einer Kor­rek­tur auf Papier) sieht es aus, wenn die Kor­rek­tu­ren / Kom­men­ta­re tief­ge­stellt wer­den: RECHTSklick auf die ent­spre­chen­de For­mat­vor­la­ge (z.B. Kor­rek­tur) > Ändern > Posi­ti­on: Posi­ti­on Tief­ge­stellt und bei Schrift­grö­ße rela­tiv den gewünsch­ten Wert (z.B. 70%) einstellen: 

Wenn du einen Hang zum Per­fek­tio­nis­mus hast, kannst du dar­über­hin­aus Fal­sches durch­strei­chen (For­mat > Zei­chen > Schrift­ef­fek­te > Text­de­ko­ra­ti­on: Durch­strei­chung), Fal­sches rot unter­strei­chen (… Unter­strei­chung) und halb-Rich­ti­ges unter­rin­geln (… Unter­strei­chung und ggf. rechts noch rot wählen) :

Die über­ar­bei­te­te Ver­si­on wür­de dann so ausschauen:

Der Vor­teil ist, dass du schnell siehst, ob alles (rich­tig) kor­ri­giert wur­de. Der Nach­teil ist, dass die gan­ze Anmer­kun­gen jetzt nicht mehr stim­men (die Ein­lei­tung ist nicht mehr „lang­wei­lig“), optisch stö­ren und es kein rich­ti­ger Text ist. Den bekommt man nur, wenn der Schü­ler nicht nur kor­ri­giert, son­dern auch dei­ne Kor­rek­tu­ren / Anmer­kun­gen löscht, was wie­der­um den Nach­teil hat, dass du nicht mehr siehst, was du alles „ange­stri­chen“ hast. Eine Lösung wäre, dass du in einem zwei­ten Fens­ter die kor­ri­gier­te Fas­sung lädst, die bei­den Fens­ter neben- oder unter­ein­an­der anord­nest (ein ziem­li­ches Gefum­mel) und ver­gleichst. Auf einem gro­ßen Desk­top-Moni­tor geht das noch halb­wegs, auf einem klei­nen Lap­top ist es ziem­lich fuzzelig. 

Korrekturen als Kommentar

Theo­re­tisch könn­te man auch mit Hil­fe von Kom­men­ta­ren kor­ri­gie­ren, in der Pra­xis funk­tio­niert das aber nicht:

Sobald man in einer Zei­le mehr als einen Feh­ler hat kann man die Zuord­nung nicht mehr erken­nen. Außer­dem gibt es oft Pro­ble­me mit der Dar­stel­lung der Kom­men­ta­re selbst bei ver­schie­de­nen Ver­sio­nen des­sel­ben Pro­gramms. Zwi­schen ver­schie­de­nen Pro­gram­men (z.B. Wri­ter und Word) klappt es meis­tens gar nicht. 

Korrekturen als Fußnoten

Die optisch ele­gan­tes­te Metho­de digi­tal zu kor­ri­gie­ren ist m.E. die Ver­wen­dung von Fuß­no­ten (Ein­fü­gen > Fuß-/End­no­te > Fuß­no­te).

Per­fek­tio­nis­ten for­ma­tie­ren auch die hoch­ge­stell­te Zahl: F11 > Zei­chen­vor­la­gen > RECHTSklick auf Fuß­no­ten­an­ker > Ändern und die gewünsch­ten For­ma­tie­run­gen (z.B. fett, rot und rela­ti­ve Schrift­grö­ße 70%) ein­stel­len. Eben­so kann man das Fuß­no­ten­zei­chen und die Fuß­no­te sel­ber for­ma­tie­ren: F11 > Absatz­vor­la­gen > Fuß­no­te. Stan­dard­mä­ßig gibt es für das Ein­fü­gen von Fuß­no­ten kein Tas­ten­kür­zel, man kann über Extras > Anpas­sen > Tas­ta­tur aber leicht eines (z.B. Alt+F) zuweisen. 

Der gro­ße Nach­teil von Fuß­no­ten ist, dass sie am Ende der Sei­te (und nicht am Ende des Tex­tes) erschei­nen, d.h. man muss zwi­schen Text und Fuß­no­ten hin- und her­scrol­len. In Word kann man ganz ein­fach ein Fens­ter tei­len, in Wri­ter geht das lei­der nicht. Da kann man nur ein neu­es Fens­ter öff­nen (Fens­ter > Neu­es Fens­ter), aber das hilft nicht wirk­lich wei­ter. Das macht dann auch die Über­ar­bei­tung für den Schü­ler in Wri­ter etwas müh­sam. Für den fol­gen­den Screen­shot habe ich den Text nach unten geschoben: 

Das Hin- und Her­scrol­len kann man zumin­dest redu­zie­ren, indem man sel­ber (ggf. hoch­ge­stell­te) Zif­fern ein­fügt und die Kor­rek­tur / Bemer­kung direkt unter den Text schreibt. Der Nach­teil ist aller­dings, dass es kei­ne auto­ma­ti­sche Num­me­rie­rung wie bei Fuß­no­ten gibt und man ein Pro­blem hat, wenn man zwi­schen Feh­ler 2 und 3 noch einen ent­deckt. Bevor man alles neu num­me­riert, wür­de ich ein­fach mit 2a, 2b, etc. weiterzählen. 

Der über­ar­bei­te­te Text schaut aller­dings rich­tig gut aus. Man sieht noch wo bzw. was man „ange­stri­chen“ hat (Schü­ler dür­fen die Fuß­no­ten NICHT löschen!) und trotz­dem schaut es nach einem (halb­wegs) „nor­ma­len“ Text aus: 

Änderungen verfolgen

In den Mebis Tuto­ri­als wird auch noch die Mög­lich­keit erwähnt mit Hil­fe der Funk­ti­on Ände­run­gen zu kor­ri­gie­ren. Ich habe das auch mal aus­pro­biert, fand es aber für mei­ne Bedürf­nis­se nicht prak­ti­ka­bel. Alles Nähe­re wird in die­sem Arti­kel erklärt. 

PDF korrigieren

Außer­dem kann ein Schü­ler ein PDF hoch­la­den und du kannst dar­in kor­ri­gie­ren bzw. anno­tie­ren. Vor­aus­set­zung dafür ist, dass bei Feed­back-Typen das Häk­chen bei Anmer­kun­gen im PDF gesetzt ist. Das Gan­ze ist aber für Tablet und Stift, also „hand­schrift­li­che“ Kor­rek­tu­ren gedacht, mit Tas­ta­tur und Maus funk­tio­niert es m.E. über­haupt nicht. 

Korrektes Layout

Das Gan­ze ist schon müh­sam genug, so dass du dich vor allem am Anfang NICHT noch zusätz­lich um kor­rek­tes Lay­out küm­mern soll­test. Wenn dei­ne Schü­ler aller­dings schon eine Ein­füh­rung in Text­ver­ar­bei­tung bekom­men (und geübt) haben, kämen Lay­out-Feh­ler bei der digi­ta­len Kor­rek­tur noch dazu. 😉

Korrektur-Software

Eine Zeit­lang habe ich mit Mar­kin gear­bei­tet und war recht ange­tan. Aller­dings gibt es das Pro­gramm nur für Win­dows und ich bin vor ein paar Jah­ren auf Linux Mint umge­stie­gen (und da funk­tio­niert es nicht rich­tig). Auf die­ser Sei­te sieht man, wie das Pro­gramm funk­tio­niert. Man hat eine Rei­he von (frei defi­nier­ba­ren) Schalt­flä­chen und die ent­spre­chen­de Bemer­kung wird als hoch­ge­stell­ter Text eingefügt.