Die fol­gen­de Beschrei­bung gilt für Libre­Of­fice Wri­ter 7.0. Eine Anlei­tung für Word 2010 gibt es hier.

Vorteile einer ausgeblendeten Musterlösung

Wenn ich von Kollegen*innen (Oberstufen-)Klausuren bekom­me, sind das oft drei Datei­en: Text, Arbeits­blatt und Mus­ter­lö­sung – alles als eige­ne Datei. Die­ses Ver­fah­ren ist m.E. ziem­lich unprak­tisch. Zum Einen erhöht es die Zahl der Datei­en erheb­lich, zum Ande­ren wird das Über­ar­bei­ten durch den stän­di­gen Wech­sel zwi­schen ver­schie­de­nen Datei­en sehr müh­sam. Viel bes­ser ist es, wenn man alles in EINER Datei hat.

Deut­lich bes­ser ist es des­halb schon mal, die Mus­ter­lö­sung am Ende der Klau­sur anzu­fü­gen. Das stän­di­ge Rum­s­crol­len zwi­schen eigent­li­cher Klau­sur und Mus­ter­lö­sung ist aber auch nicht wirk­lich komfortabel.

Das m.E. opti­ma­le Ver­fah­ren ist die Mus­ter­lö­sung als „aus­ge­blen­de­ten“ (bzw. „ver­steck­ten“) Text zu for­ma­tie­ren. Dadurch befin­det sich die Mus­ter­lö­sung direkt bei der ent­spre­chen­den Auf­ga­be und man muss nicht mehr rum­s­crol­len. Ein ange­neh­mer Neben­ef­fekt ist auch noch, dass man bei der Bespre­chung von Voka­bel­tests, Arbeits­blät­tern usw. nur EIN Blatt in der Hand hat und nicht stän­dig mit zwei Blät­tern rum­fum­meln muss. Das wirkt deut­lich sou­ve­rä­ner, als wenn jeder Schü­ler sofort sieht, dass man einen „Spick­zet­tel“ braucht.

Hier ein Bei­spiel aus einem Wort­schatz­test zum The­ma „Adver­ti­sing“.

  1. 1 ubi­qui­tous adver­ti­sing all­ge­gen­wär­ti­ge (u~) Werbung
  2. 2 If we weren’t bom­bar­ded with ads Wenn wir nicht mit Anzei­gen bom­bar­diert wer­den würden …
  3. 2 One year ago this ad still attrac­ted atten­ti­on Vor einem Jahr hat die­se Anzei­ge noch Auf­merk­sam­keit erregt (a~).
  4. 2 Ads are sup­po­sed to appeal to our emo­ti­ons Anzei­gen sol­len unse­re Gefüh­le anspre­chen (a~).
  5. 1 flatters/~ed Tom always f~ Sal­ly by prai­sing her cooking.

Die Zah­len geben an, wie­vie­le Punk­te es für die ent­spre­chen­de Auf­ga­be gibt, bzw. wie­vie­le Feh­ler höchs­tens ange­rech­net wer­den dür­fen, sie­he dazu die­sen Bei­trag.

Mit einem Klick auf das Sym­bol For­ma­tie­rungs­zei­chen umschal­ten in der Sym­bol­leis­te (bzw. Strg+F10) kann man die Mus­ter­lö­sung ein- und auszublenden:

Pro­bier das Gan­ze ein­fach mal an die­sem Bei­spiel aus. 

Falls die Mus­ter­lö­sung nicht ange­zeigt wird, wählst du Extras > Optio­nen und klickst auf das Plus-Zei­chen links von Libre­Of­fice Wri­ter. Danach For­ma­tie­rungs­hil­fen: For­ma­tie­rung anzei­gen, ein Häk­chen bei Ver­bor­ge­ne Zei­chen set­zen und mit OK bestä­ti­gen. Wenn dich die ande­ren For­ma­tie­rungs­hil­fen stö­ren, kannst du sie durch das Ent­fer­nen des Häk­chens deaktivieren.

Mit Formatvorlage formatieren

Es wäre viel zu müh­sam, die For­ma­tie­rung jedes Mal hän­disch zuzu­wei­sen. Des­halb soll­test du eine sog. For­mat­vor­la­ge erstellen. 

In die­ser Anlei­tung beschrän­ke ich mich auf das Not­wen­digs­te. Es gibt z.B. meh­re­re Arten For­mat­vor­la­gen zu erstel­len. Was du sonst noch alles mit For­mat­vor­la­gen anstel­len kannst, wird in die­ser Anlei­tung beschrie­ben. Wei­te­re Infos zu Wri­ter gibt es hier.

Dazu wählst du Vor­la­gen > For­mat­vor­la­gen ver­wal­ten (oder drückst F11). Als nächs­tes klickst du auf die zwei­te Schalt­flä­che von links Zei­chen­vor­la­gen und machst einen RECHTSklick auf Stan­dard und Neu. Als ers­tes ver­gibst du einen Namen (z.B. Lösung), danach wählst du die gewünsch­ten For­ma­tie­run­gen: Zei­chen > Zei­chen > Schrift­ef­fek­te und setzt (rechts) das Häk­chen bei Aus­ge­blen­det. Dar­über­hin­aus kannst du natür­lich auch noch eine ande­re Schrift­art bzw. ‑far­be und ande­re For­ma­tie­run­gen (wie fett oder kur­siv) zuwei­sen. Am Ende bestä­tigst du mit OK. Die­se For­mat­vor­la­ge kannst du ab jetzt ein­fach per Dop­pel­klick über das For­mat­vor­la­gen-Fens­ter zuweisen.

Formatvorlage per Tastenkürzel zuweisen

Schnel­ler kannst du die For­mat­vor­la­ge mit einem Tas­ten­kür­zel zuwei­sen. Nach­dem Strg+L(ösung) bereits für Links­bün­dig ver­ge­ben ist, wählst du statt­des­sen z.B. Alt+L (oder eine belie­bi­ge ande­re, noch nicht beleg­te, Tastenkombinatio­n, die du dir gut mer­ken kannst): Extras > Anpas­sen > Tas­ta­tur. Bei Tastenkombinatio­nen bis zu Alt+L scrol­len und draufkli­cken. Im lin­ken unte­ren Fens­ter (Funk­tio­nen Bereich) klickst auf das Plus-Zei­chen neben Vor­la­gen und danach auf Zei­chen. Im rechts dane­ben­lie­gen­den Fens­ter (Funk­ti­on) scrollst du bis zu der von dir ange­leg­ten For­mat­vor­la­ge und mar­kierst sie. Abschlie­ßend rechts oben auf Ändern kli­cken und mit OK bestätigen:

Formatvorlage mehrfach verwenden

Ach­tung: Die neue For­mat­vor­la­ge steht dir nur im aktu­el­len Doku­ment zur Ver­fü­gung. In einem neu­en Doku­ment / einer neu­en Klau­sur müss­test du sie wie­der neu anle­gen. Um das zu ver­hin­dern, kannst du dei­ne „alte“ For­mat­vor­la­ge in ein neu­es Doku­ment „laden“. Dazu spei­cherst du dein Doku­ment unter einem neu­en Namen (z.B. Vor­la­ge Aus­ge­blen­de­te Mus­ter­lö­sung). Um die For­mat­vor­la­ge in das neue Doku­ment zu laden: Vor­la­gen > For­mat­vor­la­ge laden > Aus Datei.

Noch kom­for­ta­bler sind sog. Doku­ment­vor­la­gen. In so einer Vor­la­ge kannst du dann neben der For­mat­vor­la­ge für die aus­ge­blen­de­te Mus­ter­lö­sung alle ande­ren Ele­men­te (Über­schrift, Schul­lo­go, num­me­rier­te Auf­ga­ben etc.) spei­chern, die du typi­scher­wei­se für Klau­su­ren benö­tigst. Um aus einem Doku­ment eine Doku­ment­vor­la­ge zu machen: Datei > Doku­ment­vor­la­gen > Als Doku­ment­vor­la­ge spei­chern und als Spei­cher­ort Mei­ne Doku­ment­vor­la­gen. Um eine neue Klau­sur auf der Basis der bereits vor­han­de­nen Doku­men­ten­vor­la­ge zu erstel­len: Datei > Neu > Vor­la­gen, im Aus­wahl­feld rechts Mei­ne Doku­ment­vor­la­gen wäh­len und die gewünsch­te Vor­la­ge auswählen. 

Musterlösung drucken

Datei > Dru­cken (bzw. Strg + P) und Klick auf den Rei­ter Libre­Of­fice Wri­ter. Um die Mus­ter­lö­sung zu dru­cken, setzt du das Häk­chen bei Ver­steck­ter Text, um die Anga­be ohne Lösung zu dru­cken, ent­fernst du das Häkchen: