Mein Weg zu einer (weitgehend) „vollwertigen pflanzlichen“ Ernährung [1] („wholefood plant-based diet“) begann mit verschiedenen Dokus, die mich sehr beeindruckt haben: Food Choices, H.O.P.E. What You Eat Matters und The Game Changers.

[1] Die meisten Leute bezeichnen diese Ernährung als „vegan“. Ich bevorzuge diesen Begriff, weil man sich zwar „vegan“ aber trotzdem ziemlich ungesund ernähren kann (das erklärt, warum es natürlich auch, wenn auch wenige, übergewichtige VeganerInnen gibt). So kann man z.B. zum Frühstück statt Vollkornflocken gesüßte Cerealien oder – noch schlimmer – Toast mit Nutella essen.

Besonders beeinflusst (und motiviert) haben mich Earthling Ed, Dr. Neal Barnard und Dr. Michael Klaper.

Die beiden besten deutschsprachigen YouTube Kanäle über Veganismus sind m.E. Der Artgenosse und Niko Rittenau.

Das kürzeste Buch über gesunde Ernährung ist 64 Grundregeln Essen von Michael Pollan: „Eat Food. Not too much. Mostly plants“.

Während für Pollan der moderate Konsum von Fleisch noch vertretbar ist, ist Jonathan Safran Foer strikt gegen Tiere essen. Er beschreibt die unfassbare Grausamkeit heutiger Massentierhaltung und beschäftigt sich mit den moralisch-ethischen Aspekten des Themas.

In seinem neuesten Buch Wir sind das Klima! beschäftigt sich Foer mit der Auswirkung von 70 Milliarden (!) „Nutztieren“ auf das Klima bzw. den Klimawandel. Noch präziser und umfassender ist allerdings Comfortably Unaware von Richard Oppenlander (siehe z.B. dieses Video).

Das beste Buch über vergane Ernährung ist für mich How Not To Die [trotz des englischen Titels ein DEUTSCHES Buch!] mit dem dazugehörigen Kochbuch. Das ganze Konzept ist extrem einfach, man muss sich lediglich am daily dozen orientieren (gibt es auch als App).

Ich habe mal ein persönliches „Ranking“ all meiner Veränderungen erstellt. Das entscheidende Kriterium ist dabei, wieviel Lebensqualität eine Veränderung gebracht hat:

  • Innerhalb von ein paar Monaten habe ich sieben Kilo abgenommen und zwar OHNE Hungern, OHNE Kalorienzählen, OHNE (intermittierendes) Fasten und OHNE Ernährungstagebuch. Und trotzdem gibt es noch immer mal wieder ein bisschen Schokolade und ein Glas Wein oder Bier. Und, am allerwichtigsten, ich habe das neue Gewicht gehalten!
  • Meine Verdauung hat sich deutlich verbessert. Ich leide nicht mehr (wie ca. 75% aller Fleischesser) immer wieder unter Verstopfung.
  • Meine Knieschmerzen sind innerhalb kurzer Zeit weitgehend verschwunden.
  • Ich habe meine Zuckersucht überwunden und kann Süßes (meistens) kontrolliert genießen. Dass ich süchtig nach Zucker war, habe / hätte ich natürlich hartnäckig geleugnet. Das war natürlich nur mein „sweet tooth“ und ich hatte „alles voll im Griff“ – halt das Übliche, was man sich so einredet, auch wenn man eigentlich weiß, dass es nicht stimmt.
  • Meine Ausdauer (auf dem MTB bzw. Rennrad) hat sich (natürlich auch durch das geringere Gewicht) deutlich verbessert, ohne dass ich härter oder mehr trainieren würde.
  • Die bleierne Müdigkeit, unter der ich tagsüber oft gelitten habe, ist völlig verschwunden.
  • Abendliche (Heiß-)Hungerattacken sind ebenfalls verschwunden. Trotz eigentlich völlig ausreichendem Abendessen habe ich früher oft spät abends noch mal richtig Hunger bekommen und musste etwas essen.
  • Das Gesamt-Cholesterin ist innerhalb kurzer Zeit von 229 auf 180, das „schlechte“ LDL-Cholesterin von 141 auf 112 gesunken.
  • Ich bin im Kopf klarer und (z.B. in der Schule) stressresistenter geworden.

Das ist zwar schon eine recht ansehnliche Liste, aber noch gar nichts im Vergleich zu den mind-blowing transformations, die andere Leute durchgemacht haben.

Viele Leute denken, dass man bei einer fleischlosen Ernährung Unmengen an Ergänzungsmitteln / Pülverchen zu sich nehmen müsste – alles Quatsch! Ich nehme lediglich Vitamin B12. Da ich gerne und viel draußen bin, brauche ich mir um Vitamin D keine Gedanken zu machen und dank Walnüssen, Lein- und Chiasamen nehme ich genügend essentielle (Omega 3) Fettsäuren zu mir.

Du möchtest keine so radikale Veränderung haben? Kein Problem – fang einfach schrittweise an. Du kannst leicht auf Eier verzichten? Dann fang doch damit an, und schon nimmst du weniger gesättigtes Fett und schädliches Cholesterin zu dir – deine Arterien werden es dir danken. Du machst dir eh nicht viel aus Milch? Dann nimm für dein Müsli ab sofort Hafer- oder Mandeldrink bzw. Soja-Joghurt und schon belastest du deinen Körper nicht mehr mit Östrogenen und krebserregenden Wachstumshormonen (wie IGF1). Du willst nicht vollkommen auf Fleisch verzichten? Dann reduziere deinen Konsum auf ein- bis zweimal in der Woche, iss dafür aber nur noch Fleisch von bester Bio-Qualität. Und probiere immer mal wieder die neuesten Fleisch-Ersatzprodukte. Deren Qualität und Geschmack werden immer besser. Denk dran: Jedes Steak, jedes Schnitzel und jeder Hamburger, das/den du NICHT isst, macht dich ein kleines bisschen gesünder und ist ein klitzekleiner Beitrag in Richtung Nachhaltigkeit und eine „cruelty-free world“.

Du hast schon mal versucht dich gesünder zu ernähren, aber es ist dir fürchterlich schwer gefallen, weil dir das gesunde Essen nicht so richtig geschmeckt hat und du deshalb den Versuch relativ schnell wieder abgebrochen hast? Das ist völlig normal, denn durch den ganzen Junk Food Dreck sind wir alle (ohne uns dessen im mindesten bewusst zu sein) in der „pleasure trap“ gefangen und es braucht eine Zeitlang bis man sich aus ihr befreit hat und die Geschmacksnerven sich an „normales“ Essen gewöhnt haben und es (wieder) gut schmeckt. Schau dir diesen Vortrag an, dann verstehst du besser, warum es am Anfang so schwierig ist. Viel Erfolg!